Wenn das Holz den Bach hinab geht

Roland Gutjahr

Von Roland Gutjahr

Mo, 18. Februar 2019

Elzach

BZ-Plus In Yach und im Prechtal wurde bis 1825 mangels Straßen jahrhundertelang geflößt / Historischer Vortrag von Karl Tränkle und ein aktueller Versuch einer Flößung.

ELZACH. Heimatforscher Karl Tränkle hatte sich schon einmal an das Thema Flößen in Yach herangewagt, als er über ein "Attentat in der Eich", referierte. Aber die damalige Nebensache, das Flößen von Scheiterholz, hatte nicht nur sein Interesse stärker geweckt als zunächst vermutet, auch viele seiner Zuhörer konnten es fast nicht glauben: Flößen auf dem Yachbach? Das ließ Tränkle nicht ruhen, bis er mit einer kleinen "Flozkompanie" einen Teil der Dorfgeschichte vor Ort und in der Praxis ausprobierte.

Zunächst einmal ein paar erwiesene Grundlagen zur Flößerei in Elz- und Simonswäldertal. Die Stadt Elzach war einst Eigentümer über die 200 Hektar große "Fahrenwaldung", oben auf der Kuppel des Rohrhardsbergs, aber schon in der "Herrschaft Tryberg" gelegen. Mit ihr deckte sie unter anderem den Brennholzbedarf ihrer Bürger (etwa zwei Klafter pro Haushalt). Sichere, stabile Holz-Abfuhrwege gab es noch lange nicht. So blieb nur eines übrig, um das Holz aus dem städtischen Wald auf möglichst direktem Weg nach Elzach zu bringen: das Flößen. Das Floß- beziehungsweise Triftholz bestand aus Holzscheiten, die eine Länge von etwas 1,20 Metern aufwiesen. Ein Klafter wurde mit dreieinhalb Schuh lang, fünf Schuh hoch und zehn Schuh breit berechnet (4,7 Ster).
Außer den Bürgern der Stadt Elzach und dem gesamten oberen Elztal – 1771 brauchte man in Elzach 201 Klafter für 95 Bürger – war noch ein weiterer Interessent am Holz aus dem Fahrenwald vorhanden, und dessen Holzverbrauch im ganzen Breisgau (bis hoch nach St. Peter) brachte ihm den Beinamen "Waldfresser" ein. Es war niemand anderes als das Fürstenhaus Habsburg, welches Eigner des Eisen- und Hammerwerks Simonswald, später Kollnau, war und dessen Holzrechtsbezug, auch im Fahrenwald, ...

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