Wer gibt eigentlich wissenschaftliche Analysen in Auftrag und an wen?

Max Heinke

Von Max Heinke (Freiburg)

Mi, 04. Dezember 2019

Leserbriefe Freiburg

Mit einiger Verwunderung habe ich den Kommentar zur Mobilfunkdebatte im Münstereck vom 15. November gelesen. Herr Görlich mokiert sich darüber, dass über Wissenschaftler gelacht wurde; muss denn alles immer so ernst ablaufen? Den Leuten der Bewegung werden Taschenspielertricks vorgeworfen. Ist das nicht die Methode auch der anderen Seite? In der Regel erhöhen die einen die Gefahr, wohlwissend, dass faktisch von G 5 eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht, und die andere Seite spielt die Gefahr herunter, wohlwissend, dass wirtschaftliche Interessen im Spiel sind.

Hier stellt sich die Frage, wer gibt eigentlich wissenschaftliche Analysen in Auftrag und an wen? Ganz abwegig finde ich die Frage des Autors, nämlich, warum die Stadt solch einer Initiative auch noch eine Bühne bietet. Meiner Meinung nach sollte die Verwaltung mit solchen Initiativen in Dialog treten, unabhängig davon, ob sie durch rechtliche Vorgaben zu einer Einwohnerversammlung verpflichtet ist. Der amtierende OB nimmt das offensichtlich sehr ernst und behandelt soziale Bewegungen nicht abschätzig.

Wir sind froh, dass es mehr soziale Bewegungen gibt, wie "Fridays for Future", was den wachsenden gesellschaftlichen Problemen geschuldet ist. Das gehört einfach zu einer lebendigen Demokratie. Bei uns reden zu viele mit, meinen gewisse Kreise. Das muss nicht und darf nicht der Maßstab für die Zukunft sein. Demokratie unterliegt einem ständigen Erneuerungs-und Veränderungsprozess im Sinne von "mehr Demokratie wagen" in Form von Mitbestimmung und Teilhabe. Wie üblich, scheiden sich die Geister im Einzelfall erheblich und deutlich, unter Umständen bedingt durch große Interessensgegensätze. Max Heinke, Freiburg