Widersprüchlicher Benedikt

Gerhard Kiefer

Von Gerhard Kiefer

Sa, 26. Oktober 2019

Kino

Diskussion nach der Filmpremiere von "Verteidiger des Glaubens" im Harmonie-Kino.

FREIBURG. "Verteidiger des Glaubens" – so nennt Regisseur Christoph Röhl seinen Film über Joseph Ratzinger. Doch hat dieser, als Papst Benedikt XVI seit sechseinhalb Jahren emeritiert, neben seinem Glauben vor allem seine Kirche verteidigt, die sich trotz allem ja elitär noch immer heilig nennt? Passt seine eigene Einschätzung, als Papst habe er so viel eigentlich gar nicht falsch gemacht, zu seiner imponierenden Lebensleistung als Theologe?

Haben 2013 wirklich nur die schwindenden Kräfte den fast 86-jährigen Pontifex zum Rücktritt veranlasst? Und nicht auch Chaos, homosexuelle Seilschaften und Misswirtschaft im Vatikan, die undurchschaubare Rolle der Vatikanbank und weltweit Vergehen und Verbrechen seines Pastoralpersonals zur Demission gezwungen?

Knapp 250 Gäste sahen am Donnerstagabend in einem vollbesetzten Saal des "Harmonie"-Kinos die Freiburger Vorpremiere dieses Films über den 265. Papst seit Petrus (siehe BZ von Mittwoch). Sie sahen bildmächtig dokumentierte Szenen aus Ratzingers ...

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