Erfolg im Jugendfußball

Wie Christian Streich mit dem SC Freiburg zum ersten Mal den DFB-Pokal gewann

Max Schuler

Von Max Schuler

Do, 19. Mai 2022 um 18:40 Uhr

SC Freiburg

BZ-Abo 2006 holt die A-Jugend des SC Freiburg den ersten von sechs Titeln, viele Spieler aus der Mannschaft werden später Profis. Kapitän des Teams ist der heutige BZ-Redakteur Max Schuler. Ein Rückblick.

Er werde niemals Profis trainieren. Dieser Satz blieb hängen aus einer der vielen Ansprachen, die der damalige A-Jugendtrainer Christian Streich vor der Mannschaft hielt, die 2006 den DFB-Pokal zum ersten Mal in den Breisgau holte. Streich brannte damals für die Jugendarbeit beim SC Freiburg, was ihm auch Konflikte mit der damaligen Chefebene einbrachte, die aus seiner Sicht zu wenig Nachwuchsspielern eine Chance bot. Junge Menschen weiterentwickeln, auf und neben dem Platz, das war sein Credo. Mit mutmaßlich überbezahlten, arroganten Profis wollte er nichts zu tun haben. Und er konnte Teams bis in die Stollenspitze motivieren: "Nach den Ansprachen wolltest du raus und Wände einreißen", erinnert sich der damalige Spieler Felix Roth.
"Nach den Ansprachen wolltest du raus und Wände einreißen." Felix Roth Streich formte seinerzeit ein Team aus ehrgeizigen Chaoten und Einser-Abiturienten, die über Jahre gesiebt wurden und sich durchsetzen mussten in den südbadischen Auswahlmannschaften und in der Fußballschule. Er warnte sie vor dem Turm, in dem manche Karriere kaputtging, und meinte damit die Freiburger Bahnhofsdisco Kagan. Streich blickte verächtlich auf manch’ dubiosen Spielerberater, denen er Namen aus der Tierwelt gab. Respekt genoss er auch bei den Jungs, die andere Trainer gerne mal hinter deren Rücken verspotteten. Wenn es jemand aber mutwillig nicht kapieren wollte und sich querstellte, ließ Streich auch mal so lange Flanken schlagen, bis er sie höchstpersönlich per Seitfallzieher in den Winkel hämmerte – und dann eine Woche Rückenschmerzen davontrug. Dumme Sprüche auf dem Platz verstummten – auch wenn ihm manch einer nach solchen Aktionen eine gewisse Verrücktheit attestierte.
Zum Glück irrte sich Streich in einer Sache
Streich war aber kein Brechstangentrainer. Mit jungen Spielern, die lieber vor der Playstation Fifa gezockt hätten und dabei "X Gon’ Give It To Ya" von DMX auflegen wollten, besuchte er im Friedrichsbau Filmdokus über den Tanzpädagogen Royston Maldoom. Er klärte sie am Holocaust-Denkmal über deutsche Geschichte auf. Der Sohn eines Metzgers machte im Training Yoga, als es noch nicht zum Lifestyle der Großstädter zählte. Meist traf er sportlich die richtigen Entscheidungen, auch wenn manche Urteile für einige Spieler hart waren und Träume platzen ließen.
Erfolg: A-Jugend des SC Freiburg gewinnt erstmals DFB-Pokal
Heute wird er von Trainerkollegen und Spielern für sein Fußballverständnis und für seine Haltung bei sozialen und gesellschaftspolitischen Fragen immens geschätzt. Schon als Jugendtrainer bläute er den Kickern ein, nicht von Millionen zu träumen, sondern dem Putzpersonal im Hotel ein ordentliches Trinkgeld zu hinterlassen.
Doch der SC Freiburg kann sich glücklich schätzen, dass er sich in einer Sache irrte. Streich trainiert seit mehr als zehn Jahren Profis. Durch Arroganz fällt die jetzige Mannschaft nicht auf. Auch wenn natürlich neben dem Trainingsplatz ebenfalls teure Autos rumstehen und sich der SC ...

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