"Ich war ein Idiot"

Wie der Ex-Topmanager und Multimillionär Thomas Middelhoff sein Vermögen verlor

Gaby Herzog

Von Gaby Herzog

Sa, 14. September 2019 um 17:58 Uhr

Wirtschaft

BZ-Plus Thomas Middelhoff hatte einen Privatjet, Villen und eine Yacht – und hat alles verloren. Der Ex-Topmanager und gewesener Multimillionär erzählt im Interview von seinem Scheitern und Wiederaufstehen

Früher hätte Thomas Middelhoff auf dem Absatz kehrtgemacht. Allein der Raum, in dem die Pressekonferenz zu seinem neuen Buch stattfinden soll, wäre unter seiner Würde gewesen. 80 Quadratmeter in einem Berliner Bürogebäude an der Spree, auf einem Tisch am Rand stehen ein paar Fläschchen Wasser, kein großes Podium, davor keine lange Reihe mit Mikrofonen. Nicht der adäquate Rahmen für "Big T".

Aber die Zeiten haben sich geändert. Nachdem der ehemalige Bertelsmann- und Arcandor-Chef 2014 wegen Steuerhinterziehung und Untreue verurteilt wurde, saß er 24 Monate im Gefängnis. Vor zwei Jahren wurde Middelhoff vorzeitig aus der Haft entlassen. Privatjet, Villen und die Motoryacht, das dreistellige Millionenvermögen – alles weg.

Heute steht der 66-Jährige im schlichten weißen Hemd ohne Sakko neben der Eingangstür und begrüßt jeden Gast persönlich mit Handschlag. Im Einzelinterview erzählt er später offen über seinen tiefen Fall, seine größten Sünden und davon, wie der Glaube und seine Arbeit in einer Behindertenwerkstatt ihn aus der Krise geführt haben.

BZ: Herr Middelhoff, schon im Gefängnis haben Sie Ihr erstes Buch geschrieben, da haben Sie Ihre Haftbedingungen angeprangert und auch mit den Medien abgerechnet. "Schuldig – Vom Scheitern und Wiederaufstehen" liest sich jetzt ganz anders. Es ist eine Selbstanklage auf 208 Seiten. Was ist in Ihren Augen Ihr größtes Vergehen?
Middelhoff: Ich war maßlos und gierig, gierig nach Anerkennung.
"Es ist mir heute unbegreiflich,

wie ich so ein Mensch sein konnte."
BZ: Für den Verkauf ...

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