Bundestagswahl Emmendingen-Lahr

Wie die Kandidatinnen und Kandidaten den ÖPNV attraktiver gestalten wollen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 06. September 2021 um 17:11 Uhr

Lahr

Die BZ hat den KandidatInnen der sechs im Bundestag vertretenen Partien drei Fragen gestellt. Heute: Wie wollen Sie es schaffen, dass mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen?

CDU: Yannick Bury, 31 Jahre,Volkswirt

Damit der ÖPNV auch genutzt wird, muss er gut getaktet, vor allem aber zuverlässig sein. Zur Realität im ländlichen Raum gehört aber auch, dass es Gebiete gibt, in denen wir auch bei guter Taktung und zuverlässigem Angebot weiterhin auf individuelle Mobilität angewiesen sein werden. ÖPNV und Auto gegeneinander auszuspielen wäre darum falsch, wir brauchen beides.

SPD: Johannes Fechner, 49 Jahre, Jurist

Die Kürzungen der Zughalte auf der Rheintalbahn müssen zurückgenommen werden. Der Halbstundentakt auf der Elztalbahn ist überfällig. Lärmschutz an der Rheintalbahn muss kommen, die Kaiserstuhlbahn muss leiser werden. Für Schüler müssen genügend Busse fahren. Ein 365-Euro-Ticket ist sinnvoll. Und die Bahn muss noch verlässlicher und pünktlicher werden.

AfD: Thomas Seitz, 53 Jahre, Jurist

Menschen entscheiden sich freiwillig für den ÖPNV, wenn die Nutzung sinnvoll ist. Im ländlichen Raum ist und bleibt das eigene Auto unverzichtbar. Solange die Rheintalbahn nicht ausgebaut ist, lässt sich die Zugfrequenz nicht erhöhen. Verbessern lässt sich das Parkraumangebot für Pendler, sowohl beim Umstieg auf die Bahn wie zur Ermöglichung von Fahrgemeinschaften.
Weitere Berichte zur Bundestagswahl im Wahlkreis Emmendingen-Lahr stehen im Online-Dossier unter https://www.badische-zeitung.de

Linke: Imke Pirch, 31 Jahre, Gesundheits- und Krankenpflegerin

Der ÖPNV muss eine echte, bequeme Alternative zum Auto sein. Er muss kostengünstiger sein, etwa durch ein 365-Jahresticket, flächendeckende Sozialtickets, kostenlose Tickets für Schüler und Schülerinnen, Auszubildende, Studierende,… Langfristig möchten wir den ÖPNV kostenlos machen, was bereits in einzelnen Städten oder Luxemburg möglich ist.

Grüne: Heike Dorow, 53 Jahre, Sozialarbeiterin

Der Nahverkehr muss attraktiv sein, mit regelmäßigen, verlässlichen Verbindungen und guten Anschlüssen. Das Ticket muss bezahlbar sein. Es braucht Umsteigemöglichkeiten (Parkplätze, auch für Fahrräder) auf den ÖPNV. Das Ticket muss einfach buchbar sein, auch über Kreis- und Landesgrenzen hinweg. Und Züge und Busse müssen attraktiv sein – mit einem guten Service.

FDP: Tino Ritter, 49 Jahre, Unternehmer

Der ÖPNV hat nur eine Chance, wenn er ähnlich flexibel wie der Individualverkehr ist. Eine meiner Vorstellungen ist ein Minibussystem. Solche Modelle sind in anderen Ländern üblich. Diese Busse (ca. 20 Passagiere) befahren jeweils feste Routen bis in den ländlichen Raum. Statt an eine Haltestellestelle zu müssen, steht man an die Straße und winkt dem Fahrer kurz zu.