Oper

Wie eine Dokusoap: Verena Stoiber hinterfragt in Karlsruhe Webers "Freischütz" und seine Tradition

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Mo, 15. Oktober 2018 um 17:59 Uhr

Theater

Wie inszeniert man heute Carl Maria von Webers "Freischütz" – die deutsche Nationaloper? Regisseurin Verena Stoiber setzt am Badischen Staatstheater Karlsruhe ein originelles Konzept um.

"Der deutsche Wald als das schlagende Herz des Werkes, seine Zauber im Guten und Bösen winkten mit neuen und doch urvertrauten Klängen", phantasiert Erwin Kroll in seiner strammdeutschen Carl-Maria-von-Weber-Biographie über dessen Meisteroper "Der Freischütz" von 1934. Ein neobiedermeierliches Missverständnis. Mag schon sein, dass dem Komponisten aus Eutin, dessen Familie väterlicherseits übrigens aus Zell im Wiesental stammte, der Wald in die Wiege gelegt war. Doch hat die Musikwissenschaft überzeugend nachgewiesen, dass Weber gegen das Reaktionäre, Biedermeierliche im Libretto Friedrich Kinds mit seinen ungelenken, "kindlichen" Texten ankomponierte und in einem modernen Sinne Wald und Wolfsschlucht als Instrument der Tiefenpsychologie verwendet.

Ein Ansatz zur Deutung von ...

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