Neue Impulse

Wie Ettenheim zusammen mit der IHK die Innenstadt attraktiv gestalten will

Klaus Schade

Von Klaus Schade

Mi, 31. März 2021 um 14:15 Uhr

Ettenheim

Als eine von sieben Kommunen im IHK-Gebiet Südlicher Oberrhein ist Ettenheim für das bundesweit initiierte "Aktionsbündnis für Handel und Wirtschaft" auserkoren worden. Das steckt dahinter.

Am Dienstagnachmittag wurde die Vereinbarung im historischen Bürgersaal des Rathauses von IHK-Präsident Steffen Auer, Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz und Norbert Schneider aus dem Vorstandstrio des Gewerbevereins Unternehmen Ettenheim unterzeichnet.
"Innenstädte immer wieder neu denken" sei seit langem eine erklärte Zielsetzung der Industrie- und Handelskammer (IHK), so IHK-Präsident Steffen Auer. Die Notwendigkeit von Innenstadtförderung sei durch die Pandemie dramatisch gestiegen. Allerdings zielten die bundesweiten, vom Innenministerium des Landes finanziell unterstützten Aktionsbündnisse zwischen IHK und Kommunen auf längerfristige Strategieüberlegungen zum Erhalt der Innenstädte. Der Drang großer Geschäfte auf die grüne Wiese und der zunehmende Onlinehandel hielten mit Sicherheit auch nach der Pandemie an.

Eines der Ziele: Mehrwert schaffen

Das Gemeinschaftsprojekt von IHK, Stadtverwaltung und Unternehmen Ettenheim soll Möglichkeiten einer Innenstadt-Belebung eruieren und koordinieren, den Mikrokosmos Innenstadt verbessern, Planungssicherheit für Unternehmen in der Innenstadt schaffen und einen echten Mehrwert für Bürger, Kunden, Gäste und Besucher herbeiführen. In dieser Zielsetzung liefere die IHK "keine Schablone", vielmehr solle sich jede der teilnehmenden Kommunen bewusst machen, was ihre individuellen Stärken sind und welche Strategien erfolgreich sein können. Mit einem "außergewöhnlich schönen Ensemble" könne die Barockstadt Ettenheim mit Sicherheit punkten.

Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz freute sich darüber, dass Ettenheim neben sechs weiteren Kommunen im IHK-Gebiet als Aktionspartner auserkoren wurde. In den 26 Jahren, in denen er Bürgermeister in Ettenheim ist, habe das Ringen um Lebendigkeit, das Mühen um hohe Frequenz in der Innenstadt neben dem Thema Krankenhaus zu den Dauerbrennern gehört.

Mut und Kreativität zu neuen schritten

Man unterstütze den Drang großer Unternehmen auf die grüne Wiese, kämpfe gleichermaßen aber darum, die Innenstadt für Geschäftsleute wie Besucher attraktiv zu halten. Dass man nun auf das vorhandene Netzwerk und Know-how der IHK zurückgreifen und den von ihr angestellten City-Manager ("Innenstadt-Kümmerer) in die Vor-Ort-Überlegungen einbinden könne, sei für das Unternehmen Ettenheim wie auch die Stadt ein Gewinn. "Wir dürfen sicherlich einen deutlichen Mehrwert für die Stadt erwarten", so Metz.

Wolfgang Spengler, der als Wirtschaftsförderer verantwortlich ist, skizzierte ebenso wie Norbert Schneider von Unternehmen Ettenheim, wie man sich im Lokalaktionsbeirat die nächsten Schritte vorstellt. Aufgezehrte Liquidität und minimale Kundenfrequenz in der Innenstadt, durch die Pandemie verschärft, soll in zunehmende Planungssicherheit für Unternehmen, in einen echten Mehrwert für Bürger, Kunden, Gäste und Besucher möglichst schon im laufenden Jahr gedreht werden. Dabei müsse man auch den Mut und die Kraft zu neuen Schritten haben: Beispielsweise Außengastronomie und Außenverkauf erleichtern, mobile Verkaufsstände zulassen, Leerständen mit temporären Umnutzungen entgegenwirken, digitale Plattformen für Lieferservice, Abholdienste, regionale Onlinemärkte initiieren und stärken, verkaufsoffene Sonntage wohlwollend ausloten sowie Lokalität und Regionalität als Alleinstellungsmerkmal darstellen. "Neues Tun braucht Mut und Zuversicht", da sei dann aber im einen oder andern Vorschlag und Probieren auch Scheitern erlaubt.

Keine personelle Verstärkung seitens der Stadt

Personelle Verstärkung zur Erfüllung der Vereinbarungen des Aktionsbündnisses sieht die Stadtverwaltung augenblicklich nicht vor, so Bruno Metz auf Rückfrage. Wo erforderlich, nehme man Geld in die Hand, beispielsweise aus der vom Gemeinderat bei der Haushaltsverabschiedung beschlossenen Pandemiehilfe. Im Unternehmen Ettenheim habe man tatkräftige Unterstützung, die deren Vorstandsmitglied Norbert Schneider bei der Unterzeichnung zusicherte.