Interview

Wie Südbadener die Corona-Krise erleben – und was sie über die Einschränkungen denken

Dietmar Ostermann, Thomas Steiner

Von Dietmar Ostermann & Thomas Steiner

Di, 09. Juni 2020 um 20:18 Uhr

Südwest

BZ-Plus Unser Zusammenleben ist anders, als es vor wenigen Monaten war. Vier Bürgerinnen und Bürger aus Südbaden haben auf Einladung der BZ über das Virus und seine Auswirkungen diskutiert.

Seit Monaten hat das Coronavirus das Land im Griff. Um das Virus zu bekämpfen, gab es massive Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens. Mittlerweile werden sie wieder gelockert. Während es aber den einen zu langsam geht, geht es den anderen zu schnell.
BZ: Frau Gospodinov, Herr Lepski, Herr Kraus, Frau Stabla, wir wollen mit Ihnen darüber reden, wie Sie die Corona-Krise bislang erlebt haben und was Sie von den Maßnahmen gegen das Virus halten. Vielleicht erzählen Sie erstmal: Wann kam die Epidemie das erste Mal in Ihrem persönlichen Leben an ?
Lepski: Als der erste Patient mit Covid-19 bei uns auf die Intensivstation kam. Man hatte vorher schon davon gehört und die Bilder aus Italien gesehen. Als der Patient kam, war es uns anfänglich etwas mulmig, aber mit der Zeit war die Versorgung der Covid-19-Patienten eingespielte Routine. Die Zahl stieg dann rasch an. Normalerweise haben wir einen oder zwei Beatmungspatienten auf der Station, jetzt waren es über mehrere Wochen hin sechs, alle mit dem gleichen Krankheitsbild. Das war schon auffällig und wies auf die kommende Pandemie hin.
Kraus: Im März haben wir mit der Firma unsere Aufträge noch abgearbeitet, im April und Mai war dann nichts mehr. Wir arbeiten viel in Hotels oder Krankenhäusern. Die Hotels fielen dann weg mit dem Shutdown, weil sie geschlossen wurden, in die Krankenhäuser durften wir auch nicht mehr rein. Ich habe dann angefangen, mich eingehend mit dem Thema zu beschäftigen, daraus sind die Demonstrationen entstanden. Als die Infektionszahlen nicht so hoch anstiegen wie prognostiziert und die Kurve schon wieder am Abfallen war, dachte ich, nun müsste wieder was aufgehen. Es kam und kam aber nicht. Und dann habe ich überlegt: Dir passt die Situation nicht, was kannst du tun? So habe ich angefangen, auf die Straße zu gehen.
Gospodinov: Auch bei uns ging der Umsatz schon im März stark zurück. Viele Kunden hatten Bedenken, weil wir ja den Abstand beim Frisieren nicht halten können. Wir haben damals schon im Team überlegt, was wir tun können. Was dabei herauskam, unterschied sich nicht viel von den Auflagen, die wir jetzt haben. Außer dass wir damals noch keinen Mundschutz ...

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