Platz der Alten Synagoge

Wie wäre die Reaktion, wenn christliche Kirchen dieses Theater veranstalteten?

Horst Kilian

Von Horst Kilian (Merzhausen)

Di, 11. Juni 2019

Leserbriefe Freiburg

Zur Diskussion um den Platz der Alten Synagoge haben die Redaktion Zuschriften erreicht – wie eine Antwort auf den Leserbrief von Helmut Heine, BZ vom 27. Mai.

Ihrem Leser Helmut Heine möchte ich meinen Dank aussprechen. Er gab mit seinem Leserbrief endlich den Schub für mich, ein lange gehegtes Vorhaben, meine Meinung zu dem "Gedenkbrunnen" zu äußern, in die Tat umzusetzen.

Die Sache hat sich hochgeschaukelt. Zunächst wollte man lediglich den Grundriss der alten Synagoge mit dem Brunnen nachzeichnen – mehr nicht. Das war ja auch in Ordnung.

Mit dem Fund der Steine wurde der Brunnen dann nach und nach zu einer "Gedenkstätte" mit religiösem Charakter. Spätestens, als man an den planschenden Kindern Anstoß genommen hat, hat mir jegliches Verständnis für die Kritik daran gefehlt.

Für den Gipfel d halte ich, dass die Stadt nunmehr den stolzen Betrag von 700 000 Euro für weitere Erklärungen zu dem Brunnen ausgeben möchte. Ich frage mich, wie die Reaktion von Lesern und Stadtverwaltung wäre, würde dieses "Theater" von einer der christlichen Kirchen veranstaltet.

Wie von Leser Heine vermutet, gibt es wohl tatsächlich eine schweigende Mehrheit bei den Lesern der BZ. Ich war bis heute auch einer davon.

Horst Kilian, Merzhausen