Bezirk Hochrhein

Wie wirkt sich der Saisonabbruch auf die neue Runde am Hochrhein aus?

Matthias Konzok und Uwe Rogowski

Von Matthias Konzok & Uwe Rogowski

Di, 23. Juni 2020 um 19:51 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Die alte Fußballsaison in Südbaden ist abgebrochen, die neue beginnt formal am 1. Juli. Was sind die Auswirkungen der Verbandsregelung auf den Bezirk? Eine Übersicht.

Im Aufschwung?
Jenseits der Bezirksgrenze war der Hochrhein zuletzt nicht überrepräsentiert. 2017/18 stemmten nur vier Clubs die Hochrhein-Fahne in den überbezirklichen Wind. Nun werden es sechs Teams sein, mit dem FV Lörrach-Brombach gar ein Oberligist, der SV Weil verbleibt Verbandsliga (18 Clubs). Bei künftig 17 Landesligisten stößt Aufsteiger FC Wittlingen zum SV 08 Laufenburg, FSV Rheinfelden und VfR Bad Bellingen. Dass die beiden letzteren beim Abbruch auf einem (potenziellen) Abstiegsplatz lagen, dämpft den vermeintlichen Aufschwung etwas.

Der alte Neuling
Der FC Wehr ist zurück in der Bezirksliga – und nimmt die Spvgg. Brennet-Öflingen gleich mit. Beide Clubs firmieren künftig als SG FC Wehr-Brennet und steigen nebst der SG Mettingen/Krenkingen in die Bezirksliga (17 Clubs) auf. Die Wehr-Öflinger betreuen dort der bisherige Brennet-Coach Urs Keser und Sascha Dreher. FCW-Meistertrainer Uwe Kraehling habe sich nicht mit einer Gespannlösung anfreunden können, hieß es seitens der Wehrer. Fabio Cocuzza und Jörg Heuting coachen die zweite SG-Mannschaft, die den Platz der Spvgg. in der Kreisliga A einnimmt – wohl weiterhin in der Ost-Staffel. Diese könnte die 17 A-Ligisten aus dem Landkreis Waldshut-Tiengen umfassen, während die 16 Clubs aus dem Landkreis Lörrach die West-Staffel bilden.

Nur leicht über Soll
Trotz der Ausnahmesituation durch den Saisonabbruch werden die Staffelumfänge nicht gesprengt. Je ein Team über der Sollstärke liegen die Bezirksliga (17) und die Kreisliga A (33) mit den Aufsteigern FC Wittlingen II, FSV Rheinfelden II, SV Obersäckingen und SV Waldhaus. Zur Kreisliga B zählen 58 Vereine, womit die Sollstärke – vier Staffeln à 14 Mannschaften – um zwei Teams übertroffen wird.

Zwei Sonderfälle
Zwar kamen die Reserven des FC Bergalingen und FC Dettighofen (Kreisliga C) zu Meisterehren, dürfen aber nicht in die B-Klasse aufsteigen – dort kickt bereits deren "Erste". Nutznießer: der SV Görwihl (Staffel V) und der FC Hochrhein II (VII), sie komplettieren das Aufstiegsseptett um die Spvgg. Bamlach-Rheinweiler, den FV Tumringen, TIG Rheinfelden, den FC Bad Säckingen II und den VfB Waldshut II.

Meisterduo der Frauen zögert
Bei den Frauen stehen als Bezirksliga-Meister die SF Schliengen (West-Staffel) und SV Niederhof (Ost) fest. Doch nehmen sie den Aufstieg auch wahr? "Das ist noch ganz sicher", sagt SVN-Spielausschuss Rainer Schuster, in Schliengen ist der Sprung in die höhere Klasse ebenso "noch in der Schwebe", erklärt SF-Vorstand Gerrit Höveler. Als Hemmnis gilt allen voran der höhere Aufwand. War dieser innerhalb der Bezirksstaffel überschaubar, stünden in der Landesliga etwa weite Fahrten an den Bodensee an. Da mutiert ein Nachmittagskick schnell zur tagesfüllenden Aufgabe. In beiden Vereinen laufen die internen Beratungen, mit einer Entscheidung ist innerhalb der nächsten 14 Tage zu rechnen.

Die Termine
Die wichtigste Frage aller Vereine bleibt vorerst unbeantwortet. Zwar stehen lockere Gedankenspiele mit Rundenbeginn Oktober im Raum, doch das hat derzeit keinen fundierten Hintergrund. Der SBFV will aber in absehbarer Zeit einen Rahmen nennen können, wann Spiel- und (kompletter) Trainingsbetrieb wieder möglich sein könnten. "Wir sind aktiv dran", sagt Präsident Thomas Schmidt. "Wir sind aktiv an die Landesregierung herangetreten. Wir wollen, dass Schwung in das Ganze kommt, damit wir Planungssicherheit haben." Das betreffe "auch die Jüngsten". Schmidt sagte, er hoffe, "in den nächsten vier Wochen Klarheit darüber zu haben, wann wir mit der nächsten Runde beginnen können".