Wiedersehen nach 26 Jahren

Ulrike Spiegelhalter

Von Ulrike Spiegelhalter

Fr, 23. August 2019

Bernau

Bergsteiger aus der Region treffen in Bernau ihren Reiseleiter wieder, der damals half, eine Reise in den Kaukasus zu planen.

BERNAU. Vor 26 Jahren, im August 1993, unternahmen 12 Bergsteiger aus Bernau, St. Blasien und Häusern eine von keinem Reisebüro organisierte Individualreise in den Kaukasus, um die faszinierende Hochgebirgswelt zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer zu erleben, das die geografische Grenze zwischen Europa und Asien bildet.

Die Reise fiel in die Zeit des Zerfalls der Sowjetunion 1991, wodurch es in der Folgezeit zu zahlreichen bewaffneten Konflikten in ehemaligen sowjetischen Regionen kam. Davon blieb auch der Kaukasus nicht verschont.

Es waren mannigfache Vorbereitungen auf beiden Seiten notwendig, dafür zeichnete Katrin Bock aus Bernau verantwortlich, die im Jahr zuvor durch ihren Besuch im Kaukasus Beziehungen mit den kaukasischen Bewohnern geknüpft hatte. Ohne diese Beziehungen und ohne Kontaktpersonen vor Ort hätte man damals eine derartige Reise nicht unternehmen können. Man benötigte Einladungen aus dem Kaukasus, abgesehen von sehr umständlichen Visumverfahren. Da trat Oleg aus Naltschik in Aktion, der zum ständigen Begleiter der Gruppe wurde. Er regelte und organisierte schon schon zuvor und auch während des Aufenthaltes alles Notwendige.

Nach 26 Jahren trafen sich nun in der vorigen Woche Oleg und die Schwarzwälder Bergfreunde im "Bernauer Hof" in Bernau wieder.

Oleg hatte nach den Unruhen im Kaukasus seine Heimat verlassen und war nach London gegangen und von dort nach Kanada. Dort lebt er mit seiner Frau und zwei Kindern nun schon viele Jahre und erfüllte sich nun seinen langgehegten Wunsch, die Bergfreunde aus dem Schwarzwald einmal wieder zu sehen, für die er damals – auch ohne große Erfahrung – den Kaukasusaufenthalt so unvergesslich machte.

Das Wiedersehen wurde zu einem großen emotionalen Erlebnis für alle, bei dem vor allem die Erinnerungen an die Bergtage im Kaukasus im Vordergrund standen. Leider waren drei Teilnehmer verhindert, Anita und Diethelm Tschirwitz aus St. Blasien sind verstorben, sie waren bei allen Anwesenden in Gedanken dabei. Oleg berichtete nun erst einmal, wie schwierig es gewesen sei, diesen Aufenthalt damals zu managen. Er hatte einen Bus organisiert und ein herrliches Quartier oberhalb des Ortes Elbrus in 2000 Metern Höhe ausgesucht, einst Sommerresidenz von Leonid Breschnew, dem ehemaligen Generalsekretär der Kommunisten Partei der Sowjetunion. Von dort aus hatte die Gruppe unvergessliche Touren unternommen in Begleitung von Soltan und Sascha, zwei erfahrenen Bergsteigern.

Höhepunkte waren der Aufstieg zum berühmten Bergsteigerlager "Grünes Biwak" und die Tour zur 4200 Meter hoch gelegenen "Prijut-Hütte" unterhalb vom Elbrus. Einige der Gruppe erreichten den 5642 Meter hohen Gipfel des Elbrus, des höchsten Berges von Europa.

Beim Wiedersehen im Schwarzwald wurden dicke Alben voll mit Erinnerungsbildern angeschaut, dazu eindrucksvolle Dias und vieles in Erinnerung gerufen. Alle waren begeistert von dem Wiedersehen, erlebten beim Erzählen und Erinnern nochmals viele Einzelheiten dieser unvergesslichen und ungewöhnlichen Reise.

Etwa herrliche Bergerlebnisse, aber auch Erlebnisse in den ärmlichen Bergdörfern des Kaukasus oder den teils schon mondänen Bädern wie Mineralnye Vody (Mineralwasser) oder Naltschik, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Balkarien, sowie auch bei einem gemeinsamen Rundgang durch Moskau.