"Wir bitten die Zuschauer, sich warm anzuziehen"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 14. Oktober 2021

Stegen

BZ-INTERVIEW mit Klaus Göppentin vom Musikverein Wittental, der am Samstag ein Open-Air-Lichterkonzert veranstaltet.

Viele Musikvereine und Orchester freuen sich, wieder (vor Publikum) musizieren zu dürfen. Aber kann man ein Konzert in einer Halle oder einem Saal verantworten? Der Musikverein Wittental möchte kein Risiko eingehen und hat sich deshalb etwas Besonderes überlegt, wie der Vorsitzende Klaus Göppentin im Gespräch mit Kathrin Blum verrät.

. BZ: Was erwartet die Zuhörer am Samstag?

Göppentin: Wir veranstalten ein Open-Air-Lichterkonzert. Das etwa einstündige Konzert wird im Dunkeln mit dezenter Beleuchtung und interessant illuminierter Umgebung stattfinden.

BZ: Spielen Sie auswendig?

Göppentin: Nein, wir werden kleine Lämpchen auf den Notenpulten haben.

BZ: Und was kann man sich konkret unter ’interessanter Illuminierung’ vorstellen?

Göppentin: Das soll eine Überraschung werden. Übrigens nicht nur für das Publikum, sondern auch für uns Musiker. Unser Festplatzwart Rudi Rebmann macht ein großes Geheimnis daraus.

BZ: Wie kamen Sie auf die Idee zu einem Lichterkonzert?

Göppentin: Das war der Vorschlag unseres Dirigenten. Unser Hock ist wegen Corona ausgefallen, ob ein Jahreskonzert möglich sein wird, wissen wir noch nicht, deshalb machte er sich Gedanken über Alternativen. So entstand die Idee für ein Open-Air-Konzert.

BZ: Warum veranstalten Sie ein solches Konzert erst so spät im Jahr?

Göppentin: Wir hätten es gerne früher gemacht, aber dann hätte das Lichterkonzert mit anderen Veranstaltungen kollidiert beziehungsweise konkurriert. Das wollten wir vermeiden.

BZ: Die milden Spätsommernächte sind inzwischen längst passé. Können sich die Gäste an einem Glühwein aufwärmen?

Göppentin: Nein, wir haben uns dazu entschlossen, nicht zu bewirten. Weil die Nächte schon recht kalt sein können, dauert das Konzert nur eine Stunde und wir bitten die Zuschauer, sich warm anzuziehen und Decken mitzubringen. Wir haben mehrfach im Freien geprobt und gefroren, deshalb hoffen wir, die Gäste nehmen unseren Rat ernst. Wir sehen das Ganze auch ein bisschen als Experiment und testen, ob die Dreisamtäler hart genug für ein Open-Air im Oktober sind.

BZ: Für die Musiker werden am Samstag nicht nur die Temperaturen herausfordernd. Was ist noch schwierig bei einem Open-Air-Konzert?

Göppentin: Die Akustik ist ganz anders, als wenn man in einer Halle spielt. Wir müssen Abstand halten und hören einander nicht so deutlich wie wir das gewohnt sind. Der Dirigent hat deshalb große Verantwortung und muss das alles zusammenhalten.

BZ: Welche Musik erwartet die Besucher?

Göppentin: Das Repertoire ist konzertant, wir werden am Samstag keine Bierzeltmusik spielen.

BZ: Wird es Sitzgelegenheiten geben?

Göppentin: Ja, es werden Sitzbänke mit coronakonformen Abständen für unser Publikum aufgestellt sein. Da es sich um eine Freiluft-Veranstaltung handelt, besteht keine Masken- oder 3-G-Pflicht.

Los geht’s am Samstag, 16. Oktober, um 19.30 Uhr in Wittental auf dem Festplatz, gegenüber dem Baldenwegerhof. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Bei Regen fällt das Lichterkonzert aus.

Klaus Göppentin ist seit 1976 Mitglied des Musikvereins Wittental, seit 1992 dessen Vorsitzender und spielt Posaune. Der 57-Jährige arbeitet als Prüfingenieur beim TÜV Freiburg und engagiert sich ehrenamtlich außerdem als Ortsvorsteher und Gemeinderat.