Stadttunnel und B 31

Wir im Birkenhof sitzen in einer Doppelfalle

Cordula Falt

Von Cordula Falt (Kirchzarten)

Mi, 15. September 2021

Leserbriefe Freiburg

Zu den Berichten "Gefahr im Verzug bei den B 31-Tunneln" (BZ vom 11. September) sowie "Kein Stau im Tunnel: Die Ampel blieb aus" (BZ vom 14. September).

Nach Osten beginnt seit Einführung der Tempo-30-Regel in Falkensteig, die ich um der Anwohner willen völlig berechtigt finde, ab Littenweiler das Knobeln: "Wird es einen Stau zwischen Abfahrt Kirchzarten und Abfahrt Buchenbach geben? Oder komme ich durch?"

Nach dem Konzert habe ich diese Frage nie. Sowieso fahre ich mit dem Auto nur noch nach Freiburg zu Abendveranstaltungen (die zusätzliche Stunde Schlaf ist es mir wert), zum Großeinkauf (ich kann nichts mehr tragen) oder wenn ich zu krank bin, mich mit Rad zum Himmelreich, Zug, Straba in Freiburg zu bewegen.

Nach Westen zwischen Kirchzarten und Abfahrt Littenweiler: "Abbiegen? Tunnel fahren?" Da hilft oft Gott sei Dank noch die gelbe Ampel zur Entscheidung. Begonnen hat auch dies damit, dass an der Dreisam Tempo 30 eingeführt wurde. Wenn dann noch Straßenbahnen kreuzen, die ja alle sieben Minuten fahren, gibt es endlos lange Rückstaus, die sich auch nicht mehr so "schnell" wie früher auflösen. Die Verkehrsberuhigung für die Anwohner und das konsequente Blitzen schätze ich auch hier hoch.

Wir im Birkenhof und drumrum sitzen in einer Doppelfalle, nach Osten wie nach Westen. Das sind die Dinge, die von den Verkehrsplanern bedacht werden müssen, bevor neue Regelungen eingeführt werden, sonst ist der Blick zu kurzsichtig. Und Verkehrsplanung ist ja Verkehrs-Planung.

Ansonsten kommt es wieder zu diesem ewigen Verordnungs-Hin und -Her, das mich ganz verrückt macht, und zu Scheinargumenten wie: Der Stau auf der B 31 habe nichts mit der Tempo-30-Einführung zu tun. "Grünes" Handeln und Argumentieren kann auch ganz ungrün sein.

Cordula Falt, Kirchzarten