Corona-Berichterstattung

WIR MÜSSEN REDEN: Seriös oder unseriös?

Manuela Müller

Von Manuela Müller

Sa, 27. Februar 2021

Wir müssen reden

Beschwerden über Berichterstattung in Print- und Online-Medien gab es im vergangenen Jahr zuhauf (4085) – beinahe doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Das teilte der Deutsche Presserat Anfang der Woche mit.

Auch in der Redaktion der Badischen Zeitung gingen zahlreiche Beschwerden ein. Kritisiert wurde darin oft Berichterstattung in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Wir würden Informationen unterschlagen, die falschen Fachleute zitieren, politische Entscheidungen zu wenig hinterfragen ...
Angereichert wurden manche dieser Leserzuschriften mit Links zu unseriösen Quellen, die nachweislich Falschinformationen rund um Corona verbreiten. Das Vertrauen in dubiose Online-Quellen war bei solchen Absenderinnen und Absendern wohl größer als in das Redaktionsteam vor Ort, das gelernt hat, Informationen zu hinterfragen und entsprechend für die Leserschaft aufzubereiten.

Selbstverständlich sind Redakteure nicht unfehlbar – und sachliche Kritik nehmen wir gerne entgegen. Schließlich ist es unser Ziel, unsere Arbeit so gut wie möglich zu machen. Dass so manches Mal aber mehr Vertrauen in die Fähigkeiten der Redaktionen angebracht wäre, belegen die Zahlen des Deutschen Presserats: Von den 581 Beschwerden zu Corona-Berichterstattung im Jahr 2020 wurden bisher 321 Fälle geprüft – nur vier davon waren tatsächlich berechtigt. "Ansonsten haben sich die betroffenen Redaktionen beim Top-Thema Corona mit großer Mehrheit an ethische Grundsätze gehalten", schreibt Sascha Borowski, der Sprecher des Presserats, in einer Pressemitteilung.