Bebilderung

WIR MÜSSEN REDEN: Stäbchen in der Nase: igitt!

Manuela Müller

Von Manuela Müller

Sa, 17. April 2021

Wir müssen reden

Dass auf einer BZ-Seite mindestens 20 Prozent des Platzes den Bildelementen vorbehalten sind, wissen Leserinnen und Leser dieser Kolumne längst. Doch was tun, wenn sich die Nachrichten hauptsächlich um Corona-Regeln, Corona-Impfung und Corona-Schnelltests drehen? Klar gibt es Illustrationen des stacheligen Virus, Fotos von Masken, Spritzen und Teststäbchen. Doch darauf haben viele in der Leserschaft (und auch in der Redaktion) keine Lust mehr. Schließlich begleiten uns diese Fotos seit Monaten bei der Zeitungslektüre. Mancher Leserin kommt sogar das Frühstück wieder hoch, wenn sie auf der Titelseite der BZ ein Kind mit verzerrtem Gesicht sieht, in dessen Nase gerade ein Stäbchen eingeführt wird. Eklig! "Solche unappetitlichen Bilder will ich nicht mehr sehen", schrieb dazu ein anderer Leser.

Manchmal müssen wir ziemlich um die Ecke denken, um nicht mit den immergleichen Motiven zu langweilen.

Es gibt nämlich Themen, deren Bebilderung eine Herausforderung sind. Dazu gehört alles rund um Corona, aber auch Berichterstattung über sexuelle Gewalt durch Kirchenvertreter. In solchen Fällen greifen wir auf Symbolbilder zurück: Spritze, Maske oder – wie beim zuletzt genannten Thema – zum Gebet gefaltete Hände oder Ähnliches.

Um auf Fotos von Stäbchen in Nasen verzichten zu können, empfiehlt uns eine Leserin, mehr Schmuckbilder zu verwenden. Das ist auf Forum-Seite leicht möglich, weil wir dafür von Ihnen viel Material zugeschickt bekommen. Aber täglich auf ungefähr 30 Seiten? Nein, dazu sind auch tagesaktuelle Bilder nötig, die als wirkungsvolle Informationsträger und -vermittler nicht zu unterschätzen sind.