ÜBUNGSFLÜGE

Wir sollten uns nicht kleinlich über unvermeidliche Belästigungen beschweren

Dirk Kaestner

Von Dirk Kaestner (Lörrach)

Mo, 06. September 2021

Leserbriefe

Zu: "Schnell da, schnell wieder weg", Beitrag von Patrik Müller (Politik, 30. August)

Im Zweifelsfall wollen wir alle von der Bundeswehr geschützt werden – aber üben soll sie bitteschön nicht, zumindest nicht vor oder gar über unserer Haustür.

Gerade die jüngsten Ereignisse haben uns allen deutlich vor Augen geführt, dass wir der Bundeswehr sehr viel mehr Anerkennung, Dank und Unterstützung schulden. Mehr als 5000 Menschen hat eben diese gescholtene Luftwaffe in einer gefährlichen Evakuierungsmission aus Kabul ausgeflogen und so vor den schwer bewaffneten und militanten Taliban in Sicherheit gebracht.

Und auch wenn der gesamte Afghanistan-Einsatz am Ende aufgrund eines überstürzten Abzuges und des gescheiterten Aufbaus nachhaltiger ziviler Strukturen ein bitteres Ende genommen hat, so ist auch klar geworden: Zwanzig Jahre lang hat die Präsenz westlicher Streitkräfte und ihr robuster Einsatz gegen die Terrornetzwerke Al-Qaida und Taliban vielen Afghanen und insbesondere Afghaninnen ein zumindest halbwegs freies und fortschrittliches Leben ermöglicht. Um unser freiheitliches, rechtsstaatliches und demokratisches Leben in Wohlstand auch weiter zu sichern und im Ernstfall auch zu verteidigen, brauchen wir die Bundeswehr. Und die muss ausreichend Möglichkeiten zum regelmäßigen Üben und Trainieren haben: zur See, an den Küsten, an Land und eben auch in der Luft.

Anstatt uns kleinlich und mit wenig Bürgersinn über vereinzelte und unvermeidliche Belästigungen zu beschweren, sollten wir alle dankbar sein, dass unsere gut ausgebildeten Soldatinnen und Soldaten im Zweifelsfall zu unserem Schutz und unserer Sicherheit den Kopf für uns hinhalten. Dirk Kaestner, Lörrach