Diskussion

Freiburger Hygieneexperte: Esse lieber Chlorhünchen als deutsches Huhn

Michael Brendler

Von Michael Brendler

So, 15. Juni 2014 um 20:54 Uhr

Wirtschaft

Sollen Chlorhühnchen aus den USA nach Deutschland importiert werden dürfen? Für viele ist das eine Schreckensvision. Der Freiburger Hygieneexperte Franz Daschner hält dagegen.

Selbst für die Kanzlerin ist es ein heißes Thema: Das Chlorhühnchen werde nicht kommen, versprach sie unlängst höchstpersönlich den Deutschen. Diese befürchten, dass im Zuge des Freihandelsabkommens TTIP demnächst mit giftigem Chlor desinfizierte Hähnchen aus den USA auf ihrem Teller landen. Eine berechtigte Schreckensvision? Michael Brendler fragte den Hygiene- und Keimexperten Franz Daschner.

BZ: Herr Professor Daschner, würden Sie einer Einladung auf ein Chlorhühnchen folgen?
Daschner: Ja, aber selbstverständlich. Das würde mir überhaupt keine Angst einjagen, ganz im Gegenteil: Ich esse lieber ein amerikanisches Chlorhühnchen, als ein deutsches oder niederländisches Huhn, das oft voll steckt mit gefährlichen Bakterien wie Salmonellen und Campylobacter. Hochpathogenen, extrem ansteckenden Keimen, die jährlich weltweit Zehntausende umbringen, die schwere, blutige Durchfallerkrankungen verursachen können, bis hin zu Herz-, Hirninfektionen oder Blutvergiftung.

BZ: Und das gilt für ein amerikanisches Chlorhähnchen nicht?
Daschner: Das Risiko ist jedenfalls deutlich geringer, weil ein derart vorbehandeltes Huhn von deutlich weniger Keimen besiedelt ist. Durch das Chlor in dem eiskalten Wasser, durch das die Tiere nach dem Schlachten und Ausnehmen gezogen werden, wird ihr Äußeres desinfiziert. Die Folge: Wenn ich die drei Keime von einem Chlorhuhn mit meinen Händen ins Speiseeis übertrage, bleibt das immer noch essbar. Bei einem Hähnchen aus einem hiesigen Schlachthof verschleppt ...

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