Interview

Gewerbesteuer: "Ein irrsinniges System"

Thomas Hauser und Bernd Kramer

Von Thomas Hauser & Bernd Kramer

Mi, 01. Dezember 2010 um 00:01 Uhr

Wirtschaft

Der heutigen Gewerbesteuer kann Wolfgang Kessler nichts abgewinnen. Der Freiburger Professor fordert stattdessen eine Bürgersteuer, bei der die Gemeinden einen für alle Bürger erkennbaren Anteil an der Einkommensteuer erhalten.

BZ: Herr Kessler, vor allem Deutsche und Franzosen wollten die Iren wegen des EU-Hilfspaketes dazu drängen, ihre Körperschaftsteuersätze zu erhöhen. Die niedrigen Steuersätze werden als unfairer Wettbewerbsvorteil gesehen, der die Krise noch beschleunigt hat. Hätten die Iren ihren EU-Partner nachgeben sollen?
Kessler: Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist der irische Körperschaftsteuersatz von 12,5 Prozent nicht unfair. Unfair wäre es, wenn dieser niedrige Steuersatz nur für bestimmte Gruppen gelten würde – also zum Beispiel für ausländische Unternehmen, die in Irland investieren. Der Steuersatz ist jedoch für alle gleich, ob irisches oder ausländisches Unternehmen.
BZ: Die niedrige Körperschaftssteuer und die laxe Regulierung der Banken haben die Finanzindustrie nach Irland gelockt – mit katastrophalen Konsequenzen. Was aus Sicht eines einzelnen Betriebes Sinn ergeben mag, muss im Zusammenspiel unterschiedlicher Volkswirtschaften in einem einheitlichen Wirtschaftsraum nicht unbedingt von Nutzen sein.
Kessler: Ich wundere mich immer wieder darüber, dass die Iren so scharf aus Deutschland attackiert werden. Auch im einheitlichen Wirtschaftsraum Bundesrepublik gibt es Steuerverwerfungen. In Eschborn vor den Toren ...

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