Wissenschaftler warnen vor "Klima-Notfall"

dpa

Von dpa

Mi, 06. November 2019

Ausland

Scharfe Kritik an US-Regierung.

WASHINGTON (dpa). Mehr als 11 000 Wissenschaftler haben vor einem weltweiten "Klima-Notfall" gewarnt – während US-Präsident Donald Trump mit der Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens eine Welle des Protests losgetreten hat (siehe nebenstehender Artikel). Knapp vier Wochen vor dem UN-Klimagipfel erklärten die Forscher aus 153 Ländern im Fachjournal BioScience, ohne grundlegendes Umsteuern sei "unsägliches menschliches Leid" nicht mehr zu verhindern. "Aus den vorliegenden Daten wird klar, dass ein Klima-Notfall auf uns zukommt."

Am Montagabend war bekannt geworden, dass die USA bei den Vereinten Nationen offiziell ihre Kündigung für das Pariser Abkommen eingereicht haben. Von Brüssel über Berlin bis Moskau gab es Kritik an dem Schritt. "Der Rest der Welt steht zusammen beim Klimaschutz", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Allerdings zeigt eine neue Untersuchung auf, dass auch der Rest der Welt größtenteils beim Einsparen von Treibhausgasen nicht das liefert, was Klimawissenschaftler für notwendig halten.

Fast drei Viertel der mehr als 180 Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen, die Länder im Rahmen des Pariser Abkommens eingereicht haben, sind demnach nicht ehrgeizig genug. Gemessen am Ziel, den Ausstoß bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, seien nur die 28 EU-Staaten gemeinsam und sieben weitere Länder auf Kurs.

Der vergangene Monat war nach Angaben des EU-Klimawandeldienstes Copernicus der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen 1981. Der Oktober sei damit der fünfte Monat in Folge, der bisherige Rekordtemperaturen übertraf oder nahe an diese herankam, hieß es.