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Wollen die Kandidaten im Wahlkreis Lörrach-Müllheim den Ausbau digitaler Infrastruktur?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 05. September 2017 um 00:01 Uhr

Lörrach

Wir fragen die Kandidaten im Wahlkreis Lörrach-Müllheim: Derzeit wird viel Geld in die digitale Infrastruktur gepumpt. Brauchen Gemeinden wie Böllen oder Ballrechten tatsächlich schnelles Internet?

Armin Schuster, CDU:

"Ja, und wie! Es ist die Stärke Baden-Württembergs, dass auch in Sulzburg, Geschwend oder Ballrechten-Dottingen Weltmarktführer sitzen können. Das Leben auf dem Land muss für die Menschen attraktiv bleiben, ich möchte städtische Regionen nicht bevorzugen."

Jonas Hoffmann, SPD:

"Ja, auch Gemeinden wir Böllen und Ballrechten brauchen schnelles Internet. Keiner würde fragen, ob diese Gemeinden eine Strom-, Wasser- oder Telefonversorgung benötigen. Ein funktionierender Internetzugang ist eine Frage der Gerechtigkeit, da dieser auch zunehmend über die Teilnahmemöglichkeiten an unserer Gesellschaft bestimmt.

Die Initiative im Kreis mit dem Zweckverband zum Ausbau des Glasfasernetzes ist der richtige Schritt und zu Recht ein Modellprojekt. Hier müssen wir Fehler ausgleichen, die bei der Privatisierung der Telekom begangen wurden. Diese erfüllt trotz milliardenschwerer Subventionen den Auftrag, den ländlichen Raum mit schnellem Internet zu versorgen, nicht."

Gerhard Zickenheiner, Grüne:

"Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ist im Grundgesetz abgesichert. Das Internet hat zwischenzeitlich und künftig einen Bedeutungsumfang erreicht, der meines Erachtens das schnelle Netz für alle städtischen und ländliche Kommunen zum zwingend vorzuhaltenden Teil der Grundlagen zeitgemäßer Lebensverhältnisse macht. Deshalb ist das schnelle Internet flächendeckend einzurichten.

Die Frage, warum sich kaum Ärzte finden, die aufs Land wollen, lässt sich auch mit dem Fehlen von Infrastruktur – wozu auch das schnelle Internet gehört – beantworten. Davon müssen wir wegkommen, ansonsten verlieren wir auch die Jungen an die Städte."

Christoph Hoffmann, FDP:

"Schnelles Internet sichert die Zukunft im ländlichen Raum. Bis heute schlagen sich die Kommunen beim Glasfaserausbau mit aberwitzigem Förderbürokratismus herum, dabei ist klar, dass wir Glasfaser an jedem Haus und eine Gigabit-Gesellschaft brauchen. Der Bund sollte seine Telekompakete verkaufen, den Ausbau schnell machen, statt weiter Geld für Kupferkabel zu versenken.

Die Bundesrepublik liegt im Ländervergleich schneller Internetzugang nur auf Platz 25, beim Anteil Glasfaseranschlüsse ganz hinten bei 1,4 Prozent, Japan ist bei 74 Prozent. Der langsame Glasfaserausbau ist ein immenser Schaden für Betriebe und künftige Generationen, den wir der Großen Koalition verdanken."

David Trunz, Die Linke:

"Es darf nicht sein, dass der ländliche Raum von der modernen Kommunikation ausgeschlossen wird. Deswegen befürworte ich einen umfassenden Ausbau der Internetverbindung."

Wolfgang Fuhl, AfD:

"Ja, wir benötigen bundesweit überall ein schnelles Internet! Wer die Landflucht und damit die weitere Konzentration in Städten vermeiden will, wer unsere wertvolle Kulturlandschaft erhalten will, muss bis in den letzten Winkel schnelles Internet zur Verfügung stellen. Dies ist auch eine der Voraussetzungen, dem Ärztemangel entgegen zu wirken. Ärztliche Beratungen, Sprechstunden und teilweise Diagnosen werden in Zukunft auch vermehrt über das Internet getätigt.

Digitale Einkaufswelten benötigen ebenfalls schnelles Internet. Die digitale Welt muss bis in den letzten bewohnten Winkel kommen, sonst hängt man diese Gebiete von der weiteren Entwicklung ab. Dies darf nicht sein. "

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