Wundersame Kehrtwende

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Von dpa

Do, 21. November 2019

Fussball International

Nach fünf Jahren trennt sich Tottenham Hotspur von Trainer Mauricio Pochettino / José Mourinho wird sein Nachfolger.

LONDON (dpa). So schnell ändern sich die Zeiten. Hatte José Mourinho noch vor einigen Jahren ein Engagement in Tottenham kategorisch ausgeschlossen, war der exzentrische Coach plötzlich am Mittwoch mit einem Trikot der Spurs in den Händen auf dem Trainingsgelände des Premier-League-Clubs zu sehen. Er freue sich, "zu einem Verein mit so großem Erbe und so leidenschaftlichen Fans zu kommen", wurde Mourinho vom Club zitiert, nachdem er wenige Stunden nach der Trennung von Mauricio Pochettino als Nachfolger verpflichtet worden war.

Gut elf Monate nach seinem unfreiwilligen Abschied bei Manchester United ist "The Special One" wieder da. Tottenham ist sein dritter Club in England, zuvor hatte er vor allem beim FC Chelsea erfolgreich gearbeitet. Damals hatte Mourinho auch getönt: "Ich würde diesen Job nicht annehmen, weil ich die Chelsea-Fans zu sehr liebe." Aber Chelsea war gestern, nun also die Spurs.

Ob Mourinho von den Fans der Nord-Londoner ebenso geliebt wird wie sein Vorgänger, dürfte in erster Linie vom Erfolg abhängen. Zwar ging es unter Pochettino in den letzten Jahren stetig aufwärts, zu feiern gab es aber nichts. Das verlorene Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool vor weniger als sechs Monaten ist noch in unschöner Erinnerung. Jetzt soll der einstige Titelsammler Mourinho den chronisch titellosen Spurs die erste bedeutende Trophäe seit Jahrzehnten beschaffen.
In der laufenden Saison dürfte das schwer werden. Nach dem Absturz auf Platz 14 und bei 20 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Liverpool geht es für die Spurs vor allem darum, sich erneut für die Champions League zu qualifizieren. Am Samstag im London-Derby bei West Ham United beginnt Mourinhos Mission. Auch in Deutschland ist Mourinho schon bald zu sehen, wenn die Spurs am 11. Dezember in der Gruppenphase der Königsklasse beim FC Bayern München antreten.

In einer Mitteilung verkündete der Club das Ende der mehr als fünf Jahre währenden Ära Pochettino, nur wenige Stunden später wurde schon Mourinho als Nachfolger präsentiert. Die Verhandlungen mit dem Portugiesen, der einen Vertrag bis zum Sommer 2023 unterschrieben hat, sollen schon in den letzten Tagen stattgefunden haben. Laut einem Bericht der "Daily Mail" wird er 15 Millionen Pfund (17,5 Millionen Euro) pro Jahr und damit doppelt so viel wie sein Vorgänger verdienen.

Die Entlassung von Mauricio Pochettino löste Spekulationen aus, ob dieser nicht ein Trainerkandidat für den FC Bayern sei. Die Wertschätzung für Mauricio Pochettino ist bei den Bayern-Bossen groß. Ob die Münchner für Pochettino infrage kämen, ist auch noch nicht bekannt. Das Potenzial des Bayern-Kaders kennt er aber spätestens seit der 2:7-Heimniederlage gegen den FC Bayern vor wenigen Wochen. Poschettino dürfte für etliche Topvereine reizvoll sein.