Arbeitsmarkt

Zahl der Arbeitslosen im Kreis Emmendingen steigt leicht

Michael Sträter

Von Michael Sträter

Mo, 05. April 2021 um 18:30 Uhr

Emmendingen

Auf einem stabilen, wenn auch hohem Niveau bewegen sich im ersten Quartal die Arbeitslosenzahlen im Kreis Emmendingen. Dabei zeige der März eine erste Besserung.

Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit waren im März im Landkreis Emmendingen fast 2700 Menschen arbeitslos gemeldet, etwa 540 mehr als im März 2020. Entsprechend betrug die Arbeitslosenquote aktuell 3,6 Prozent gegenüber 2,9 Prozent. Dennoch könne das hiesige Jobcenter auf eine erfolgreiche Arbeit in den vergangenen Monaten zurückblicken, wie auch der CDU-Bundesabgeordnete Peter Weiß in einer Presseinformation mitteilte. "Die aktuellen Daten zu den Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitssuchende stellen der geleisteten Sozial- und Integrationsarbeit im Landkreis Emmendingen ein deutlich überdurchschnittliches Zeugnis aus", so Weiß. So liege die im Landkreis erreichte Integrationsquote von Langzeitarbeitslosen mit 26,2 Prozent über dem Bundes- sowie Landesdurchschnitt (20,7 sowie 22,6 Prozent).

Grundlage für dieses Ergebnis ist für Hans Disch, dem Geschäftsführer des Jobcenters im Landkreis Emmendingen, das "gute Zusammenspiel der Akteure", sprich der Träger des Jobcenters. Landkreis, Bundesagentur für Arbeit, die Beschäftigungsgesellschaften Wabe und 48-Grad-Süd sowie Maßnahmenträger und Beratungsstellen arbeiteten eng zusammen, um Menschen wieder in Arbeit zu bekommen.

Besonders Geflüchtete sind motiviert, schnell Arbeit zu finden

Rund 1000 Betroffene könnten in normalen Jahren wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden, "im vergangenen Jahr waren es coronabedingt 911", sagt Disch. Dabei sei hervorzuheben, dass gerade "die Integration von Jugendlichen und Flüchtlingen in den vergangenen Jahren zu den guten Zahlen beigetragen hat", so Disch. Besonders Flüchtlinge seien sehr motiviert, nach dem Sprachkurs möglichst schnell eine Arbeitsstelle zu finden. "Etwa ein Drittel der Integrationen geht auf diese Gruppe zurück", sagt der Jobcenterleiter.

Auch im Corona-Jahr 2020 habe das Netzwerk funktioniert, die Kommunikation, die für die Zusammenarbeit wichtig ist, konnte am Telefon oder eben durch Onlinemöglichkeiten gepflegt werden. Auch Beratungen der Kunden, wie die arbeitslos gemeldeten beim Jobcenter heißen, konnten teilweise auf diesem Weg stattfinden. Dabei werde Corona auch die Onlineangebote des Jobcenters nach vorne bringen. Terminvergaben und auch Beratungen via Onlinestreams werden eher Regel als Ausnahme sein. Allerdings könne auf den direkten Kontakt zwischen Berater und Kunde nicht gänzlich verzichtet werden.

"Es gibt Fälle, die müssen unter vier Augen von Angesicht zu Angesicht besprochen werden, um für den Kunden eine sinnvolle Lösung zu finden", sagt Disch. Aktuell würden Gespräche teilweise auf dem Hof beim Jobcenter geführt, "oder bei Walk’n’Talk, gemeinsamen Gängen von Berater und Kunde an der Elz". Zudem würden manche Arbeitssuchende nicht über die technische Ausstattung verfügen, um mit ihnen Onlineberatungen zu machen.

Um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden, bedürfe es dabei qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Und auf die könne sich das Jobcenter verlassen. Disch: "Wir haben eine sehr geringe Fluktuation und qualifizieren unser Personal stetig, gerade im Fallmanagement, um die Kunden bestmöglich zu beraten". Und eben das bringe dem Jobcenter entsprechende Anerkennung, wie sie etwa in der Pressemitteilung von Peter Weiß zum Ausdruck kommt.
Der Arbeitsmarkt in Zahlen

Verringert hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Emmendingen im März um 70 Personen gegenüber dem Februar. Dennoch waren laut Arbeitsagentur 537 mehr Menschen arbeitslos gemeldet mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenquote bei 2671 Arbeitslosen betrug im März 3,6 Prozent, im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Freiburg sind dies 4,2 Prozent. Demgegenüber standen im März 379 offene Stellen. Hier wurden im ersten Quartal 357 Arbeitsstellen von Arbeitgebern gemeldet, das ist ein Rückgang von rund 16 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2020.