Heinz Schubel

Zeichner der legendären Lurchi-Hefte stammt aus Freiburg

Bernd Serger

Von Bernd Serger

So, 22. April 2018 um 10:28 Uhr

Computer & Medien

BZ-Plus Die legendären Salamanderheftchen gingen einst millionenweise über den Ladentisch. Ihr wohl bester Zeichner Heinz Schubel begann seine Karriere in Freiburg.

So kann es gewesen sein: Im Frühjahr 1924 betrat der gerade 18 Jahre alt gewordene, frisch gebackene Lithograph Heinz Schubel klopfenden Herzens das Modegeschäft Carl Fabel in der Merianstraße 10 in Freiburg. Unter dem Arm trug er eine Mappe mit Entwürfen für Zeitungsanzeigen. Die hatte Fabel bei ihm bestellt, nachdem der junge Mann angefragt hatte, ob er nicht mal etwas präsentieren könne. Schubels Entwürfe gefielen – und Paul Löffler, der für Neues aufgeschlossene Schwiegersohn von Carl Fabel, verpflichtete den jungen Mann als Mitarbeiter in der Werbung. Daraus wurde eine außerordentlich erfolgreiche Geschäftsverbindung, die bis zum Abschied von Heinz Schubel aus Freiburg im Jahr 1930 andauerte – und die zur Grundlage einer Karriere wurde, die den begabten Grafiker erst zum gefragten Buchillustrator machte und von 1951 bis 1972 zum wohl besten Zeichner der Lurchi-Hefte des Schuhfabrikanten Salamander.

Dank der Universitätsbibliothek Freiburg, die die gesamten Jahrgänge der "Freiburger Zeitung" von 1784 bis 1943 ins Internet stellte, kann man heute noch Anzeige für Anzeige verfolgen, wie Heinz Schubel von Anfang an mit Witz, aber auch zeichnerischer Raffinesse für die Textilien des Modehauses Fabel warb. Seine Anzeigen fielen auf – nicht nur durch den ungewöhnlichen Stil, der Menschen wie Waren nur in Schraffuren darstellte, sondern auch wegen der Alltagsszenen und Gruppenbilder, die er zeichnete und die die Leserschaft der "Freiburger Zeitung" sicher zum Schmunzeln brachten. Für das Modehaus Fabel entwarf Heinz Schubel in knapp sechs Jahren rund 170 Anzeigen.

Auch der Konkurrenz von Fabel fiel die Qualität der Arbeiten im sonstigen Anzeigen-Einerlei der Zeitung auf, und so dauerte es nicht lange, bis sich der Name Schubel auch in Inseraten etwa des jüdischen Warenhauses Sally Knopf, des Kaufhauses C. Werner-Blust und des ebenfalls jüdischen Damen-Bekleidungsgeschäfts Hauser in Freiburg fand. Der ...

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