2017 und 2018

Mehr Touristen kommen ins Zeller Bergland – nur nicht nach Häg-Ehrsberg

Paul Berger

Von Paul Berger

Do, 07. November 2019 um 11:04 Uhr

Zell im Wiesental

Die Zahlen im Zeller Bergland sind zwischen 2017 und 2018 leicht gestiegen. Häg-Ehrsberg musste dagegen in der Gästebilanz Einbußen hinnehmen. Einige Vermieter haben dort aufgehört.

Bei den Übernachtungszahlen zeichnet sich in den Gemeinden Zell und Häg-Ehrsberg ein unterschiedlicher Trend ab: Während die Zahlen im Zeller Bergland zwischen 2017 und 2018 leicht gestiegen sind, musste Häg-Ehrsberg dagegen in der Gästebilanz Einbußen hinnehmen. Der Grund dürfte in Betriebsaufgaben von Vermietern liegen. Das wurde bei der Hauptversammlung des Vereins Zeller Bergland Tourismus am Dienstagabend deutlich.

Das Jahr 2018:
Wie Vorsitzender Mike Kiefer berichtete, erhöhten sich die Zahlen in Zell von 17 806 Übernachtungen in 2017 auf 18019 im Jahr 2018, was unterm Strich ein Plus von 213 bei den Aufenthalten ergibt. Anders hingegen die aktuelle Entwicklung in der Nachbargemeinde Häg-Ehrsberg. Dort verzeichnete man zwischen 2017 und 2018 eine Abnahme. Mit 3162 Übernachtungen im vergangenen Jahr bewegen sich die Zahlen deutlich unter dem Ergebnis von 2017. Damals buchten noch 3346 Gäste ihre Übernachtungen im Hinterhag (minus 184 Übernachtungen).

Einen maßgeblichen Grund für die Entwicklung sieht Häg-Ehrsbergs Bürgermeister Bruno Schmidt vor allem im Rückgang der Gastronomiebetriebe in seiner Gemeinde. Die allgemeine Entwicklung gehe dahin, dass immer mehr Vermieter alters- oder auch gesundheitsbedingt die Vermietung ihrer Ferienwohnungen aufgeben, was sich letztlich in den Statistiken widerspiegelt.

Was die Verweildauer der Gäste angeht, befinde man sich im Zeller Bergland durchweg im Trend mit den übrigen Ferienregionen im Land, sagte Kiefer. Je Gast liegt der durchschnittliche Aufenthalt aktuell bei 2,5 Tagen, was bedeutet, viele Menschen bevorzugen es mittlerweile mehrmals im Jahr zu verreisen. Erfreulich für den Zeller Tourismusverein sind zwei neue Vermieter, die 2019 hinzugekommen sind. Eine dieser Wohnungen ist sogar rollstuhlgerecht. Derzeit sind es zehn Vermieter im Zeller Bergland. Einige von ihnen sind auf Plattformen wie "Airbnb" und "booking.com" vertreten. "Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden kennen wir unsere Vermieter", so Kiefer.

Neues Tourismusbüro:
Gerne habe man die im Rahmen des Stadtmarketings gegebene Empfehlung aufgegriffen, das Tourismusbüro von der Schopfheimer Straße 3 in die Kirchstraße zu verlegen, sagte Zells Bürgermeister Peter Palme. Die Geschäftsräume befinden sich ab Januar 2020 in der Kirchstraße 11.

Internetauftritt:
Auf der Internetseite zeller-bergland.de finden Gäste umfangreiche Übernachtungsangebote mit der Möglichkeit, sich direkt an die Vermieter zu wenden. Darüber hinaus gibt es für Vermieter die Möglichkeit, sich auf den Internetseiten von Südwärts sowie bei der Schwarzwald-Tourismus GmbH zu präsentieren. Als weitere Dienste des Zeller Bergland Tourismus haben Vermieter die Möglichkeit, die aufwendige Datenpflege in Anspruch zu nehmen. Dieser Service trage dazu bei, dass die Anbieter mühelos im Internet zu finden seien. Da die Gäste-Vermittlung heute weitgehend über diese Schiene läuft, appellierte Kiefer an die Vermieter, dennoch die entsprechenden Meldescheine auszufüllen, da die erfassten Daten letztlich der Statistik zugute kommen und darüber hinaus den Gästen die Möglichkeit bieten, die Konus-Karte zu nutzen.

Personalien:
Umfangreich war das Arbeitspensum, das Christa Gnädig als neue Finanzverwalterin beim Zeller Bergland Tourismus zu bewältigen hatte. Im Mai 2018 hatte sie den Posten von Ulrike Gehri übernommen. Sehr viel Zeit erforderte die Umsetzung der vom Gesetzgeber verordneten neuen Datenschutzrichtlinien. Neben den Finanzen kümmert sich Christa Gnädig vor allem um die Datenpflege. Dankbar ist man über die jährlichen Zuschüsse der Stadt Zell in Höhe von 18 000 Euro sowie der Gemeinde Häg-Ehrsberg, die den Tourismus mit 4000 Euro unterstützt. Die Bürgermeister dankten dem Tourismus-Team Mike Kiefer, Christa Gnädig und Helga Philipp für ihren Einsatz. Gleichzeitig lobten Erwin Vollmer vom Verschönerungsverein Gresgen, Andreas Müller vom Textilmuseum und Werner Radfelder vom Verein Alte Schmiede die gute Zusammenarbeit.