Ziel sind zentrale Grünschnittplätze

Marius Alexander

Von Marius Alexander

Mi, 31. März 2021

Kreis Emmendingen

Mit dem Ausbau in Freiamt will der Kreis den ersten Schritt weg von dezentralen Lösungen gehen.

. Schritt für Schritt will der Landkreis sein Konzept für die Grünschnittplätze umsetzen. Damit sollen neue zentrale Grünschnittplätze geschaffen und die vorhandenen dezentralen sukzessive geschlossen werden. Als erste Veränderung soll der Grünschnittplatz Ottoschwanden in Freiamt zu einem zentralen Platz umgebaut werden. Diesen Vorschlag haben die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik am Montag einstimmig befürwortet. Zugleich votierten sie für eine vorgezogene Schließung der dezentralen Plätze in Weisweil und Rheinhausen. Die benachbarten zentralen Plätze in Herbolzheim und Kenzingen sollen davon profitieren.

Zentraler Platz bedeutet eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetzt und beinhaltet konkret die Asphaltierung der Ablagefläche und den Anschluss ans Abwassersystem.

In Freiamt müsste dafür zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Entsprechend einer groben Schätzung des Landratsamts sind für den Umbau Kosten in Höhe von rund 254 000 Euro zu berücksichtigen. Nach Einschätzung von Michael Käding, dem Leiter des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft, ist das Projekt in Freiamt "umsetzbar".

In Riegel ist ein "Recyclingzentrum" angedacht

Ein weiterer zentraler Platz ist auf dem derzeitigen Gelände des Recyclinghofs in Riegel geplant. Die Firma Remondis, die das Gelände an den Landkreis verpachtet hat, ist laut Kreisverwaltung bereit, eine benachbarte Fläche von 650 Quadratmetern ebenfalls dem Kreis zu verpachten. Dorthin könnte der Recyclinghof umgesiedelt werden. Damit könnte, wie es in der Sitzungsvorlage heißt, ein "Recyclingzentrum" gebildet werden.

Für die westlichen Kreisgemeinden Sasbach, Wyhl, Weisweil und Rheinhausen kann nach den Vorstellungen des Landratsamts auf einer möglichen Erweiterungsfläche der Erdaushubdeponie in Sasbach ebenfalls ein zentraler Grünschnittsammelplatz angelegt werden. Einer derartigen Lösung gab Käding am Montag allerdings die Einstufung "zeitlich befristet".

Ein weiterer zentraler Platz soll künftig im Teningen Gewerbegebiet Rohrlache entstehen. Er soll die bestehenden Plätze in Emmendingen und in Teningen zusammenführen. Dazu könnte an diese Stelle auch der Teninger Recyclinghof umziehen. Da laut Käding der Naturschutz ein Wort mitzureden habe und der Regionalverband "Bauchgrimmen" signalisiert habe, sei die Lösung in Teningen "wenn, dann erst mittelfristig" zu realisieren.

Hintergrund der Pläne ist auch, dass mit deren Umsetzung für schließlich zwölf zentrale Plätze alle momentan noch existierenden dezentralen Grünschnittplätze im Landkreis geschlossen werden. Denn auch sie bräuchten eine Befestigung und eine dem Bundesimmissionsschutzgesetz entsprechende Genehmigung.

Damit soll sich im Landkreis die Entsorgungslage insgesamt verbessern. Ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl der Standorte war, dass jeder Bürger keine längere Anfahrt als acht bis zehn Kilometer auf sich nehmen sollte. Außerdem sollten die zentralen Plätze gut anzufahren sein und eine entsprechende Infrastruktur aufweisen. Klar ist den Verantwortlichen, dass die Neukonzeption "nicht auf einen Schlag" (Käding) zu verwirklichen sein wird.