Paoli verteidigt sich und greift die Uni an

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Mi, 30. Januar 2013

Sportpolitik

Kriminologin spricht von "sehr ernsten Vertrauenskrisen der Kommission in den Aufklärungswillen des Auftraggebers" bei der Klärung der Doping-Vergangenheit.

FREIBURG. Der Streit um die Aufklärung der Freiburger Doping-Vergangenheit eskaliert. Letizia Paoli, Vorsitzende der Untersuchungskommission, wehrt sich gegen den Vorwurf von Klinik-Chef Rüdiger Siewert, sie habe zwar schon viel Geld kassiert, aber noch immer kein Arbeitsergebnis vorgelegt. In einer 18-seitigen Antwort klagt die Mafia-Expertin über Behinderungen ihrer Arbeit. Sie spricht von "sehr ernsten Vertrauenskrisen der Kommission in den Aufklärungswillen des Auftraggebers". Den Auftrag zur Untersuchung hatte im Jahr 2007 die Universität erteilt.

Siewert, der Leitende Ärztliche Direktor der Universitätsklinik, hatte Paoli im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag vergangener Woche scharf attackiert. Er kritisierte, dass auch fünfeinhalb Jahre nach Einberufung der Kommission noch immer kein Arbeitsergebnis vorliege. Siewert sagte, er würde eigentlich davon ausgehen, "dass der Bericht jetzt kommt. Aber das ist im Augenblick so nicht erkennbar". Paoli werde für ihre Tätigkeit gut honoriert. Für die hohe Bezahlung sei eigentlich Leistung zu erwarten.

Paoli, Kriminologin der Universität Leuwen in Belgien, sah sich in ihrer Antwort auf Siewerts Kritik nun nach eigenem Bekunden einem doppelten Problem gegenüber. Erstens sei sie als Mitglied der Kommission zur Verschwiegenheit verpflichtet. Zweitens liege Siewerts Kritik an ihr nicht aus direkter Quelle in schriftlicher Form vor. Nach seinen mündlichen Ausführungen in der Pressekonferenz hatte der Klinik-Chef allerdings dem Südwestrundfunk noch ein Interview gegeben. In ihrer Antwort zitiert Paoli nun aus "schriftlichen internen Fassungen der entsprechenden SWR-Rundfunkmeldungen" über dieses Interview. In diesen internen Fassungen geht freilich an vielen Stellen nicht klar hervor, was nun Siewert gesagt hat – und was die SWR-Redaktion selbst ...

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