Toxischer Müll am Oberrhein

Ehemalige Elsässer Giftmülldeponie Stocamine wird versiegelt – und bleibt gefährlich

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Di, 01. Juni 2021 um 13:38 Uhr

Elsass

BZ-Abo Tonnenweise giftige Abfälle können mit der Zeit ins Grundwasser gelangen, doch sogar die Umweltministerin gibt grünes Licht. Schon seit Jahrzehnten läuft in Stocamine offenbar einiges schief.

Jean-Pierre Hecht kann sich noch gut an jenen Brief der Ministerin aus dem Jahr 2019 erinnern. Damals ermutigt die ehemalige Grüne Barbara Pompili die Bürgerinitiative aus Wittelsheim in ihrem Kampf um die Sanierung einer stillgelegten Giftmülldeponie. Seit 2020 ist Pompili Umweltministerin in Paris für die Präsidentenpartei La République en Marche. Und Mitte Januar ordnet sie das an, was 14 Amtsinhaber vor ihr nicht taten: Die endgültige Versiegelung des Giftmülls in der 2002 geschlossenen Deponie Stocamine.
Die Stollen mit 42.000 Tonnen toxischen Abfällen sollen mit Beton verfüllt und abgeriegelt werden
Jetzt fühlt sich Hecht, der mehr als 40 Jahre Bergmann war, verraten und mit ihm all die anderen, die versucht haben, zu verhindern, was nun geschehen soll.
Die Stollen mit 42.000 Tonnen toxischen Abfällen, die nach einem Brand vor fast zwei Jahrzehnten unter der Erde geblieben sind, sollen mit Beton verfüllt und abgeriegelt werden. Ein Chemikaliengrab, das wohl nicht in naher Zukunft, doch für künftige Generationen, vielleicht sogar erst in Jahrhunderten zum Problem wird. Langsam drängt das Wasser in die Stollen zurück.
Gifte aus der Deponie in mehr als 500 Metern Tiefe – Arsen, Zyanid, Asbest, Quecksilber – könnten in das darüber liegende Grundwasserreservoir gelangen. Die Betonbarrieren, für die Ministerin Pompili grünes Licht gegeben hat, können diesen Prozess allenfalls verlangsamen.
"Die Behörden und die Politiker versprachen uns, dass alles jederzeit herausgeholt werden könnte" Jean-Pierre Hecht Ein Blick zurück: In den 1990er Jahren heuert Jean-Pierre Hecht bei Stocamine an. Der Abbau von Kalisalz ist damals im Südelsass an sein Ende gekommen. Unter dem ehemaligen Revier Joseph-Else bei Wittelsheim im Nordwesten von Mulhouse wird Frankreichs erste Lagerstätte für chemisch-toxische Abfälle geplant. Hecht ist schon ...

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