Wintersport

Zu wenig Schnee: Weltcup der Snowboardcrosser am Feldberg abgesagt

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Mi, 22. Januar 2020 um 10:15 Uhr

Ski Alpin

Der Weltcup der Snowboardcrosser am Feldberg in zehn Tagen fällt aus. Der Schnee im Hochschwarzwald reicht nicht aus, um die Spezialpiste am Seebuck zu präparieren.

Er hätte schon zum fünften Mal stattfinden sollen, der Snowboardcross-Weltcup des Internationalen Ski-Verbands (FIS). Die Crosser brauchen für ihre Heats, wie die Läufe der jeweils vier Starter genannt werden, aber eine kunstvoll modellierte Spezialpiste mit Steilkurven, Wellen und Sprungpassagen. Für die Rennen vor einem Jahr hatten die Kursbauer dafür rund 40.000 Kubikmeter Schnee aufgewandt. Daran ist im schneearmen Winter 2019/2020 im Augenblick nicht zu denken. Der Weltcup der Skispringer in Titisee-Neustadt konnte am vergangenen Wochenende nur deshalb stattfinden, weil dort viel weniger Schnee benötigt wurde: gerade einmal ein Zehntel.

"Es ist sehr schade, dass dieser Weltcup jetzt nicht stattfinden kann - auch für die vielen ehrenamtlichen Helfer" Thorsten Rudolph
Im Augenblick liegen bis zu 20 Zentimeter Schnee am Feldberg, zehn Lifte sind in Betrieb. Der sogenannte Schneekontrolleur der FIS besuchte am Dienstagabend den Feldberg, prüfte die Verhältnisse und kam zu dem erwarteten Ergebnis, dass die Spezialpiste bis zum Eintreffen der weltbesten Boarder Ende Januar nicht mehr gebaut werden könnte. "Die Schneehöhe auf der Rennstrecke reicht derzeit nicht aus", teilte die Hochschwarzwald Tourismus GmbH der Badischen Zeitung am Mittwoch mit. Die GmbH ist Mitveranstalter und Ausrichter des Weltcups. "Nach den erfolgreichen Weltcup-Events in den vergangenen Jahren wollten wir den Wintersportfans auch diesmal spannende Snowboardcross-Rennen bieten", sagte Thorsten Rudolph, der Geschäftsführer von Hochschwarzwald Tourismus. "Es ist sehr schade, dass dieser Weltcup jetzt nicht stattfinden kann - auch für die vielen ehrenamtlichen Helfer."

"Sportlich ist die Veranstaltung für unsere Athleten, aber auch international, von herausragender Bedeutung" Stefan Knirsch
Die Qualifikation für die Boarder-Wettkämpfe war für den 31. Januar geplant gewesen, die Heats selbst für den 1. und 2. Februar. Thorsten Rudolph, zugleich Präsident des Organisationskomitees, hegt aber die Hoffnung, dass wenigstens die eine Woche später geplanten Wettkämpfe der Skicrosser am gleichen Ort wie geplant über die Bühne gehen können. Snowboardcrosser stürzen sich auf einem Brett zu Tal, Skicrosser auf zwei Brettern. Der zweite FIS-Weltcup ist für den 7. bis 9. Februar am Feldberg geplant. "Wir hoffen, dass demnächst weitere Schneefälle dazu führen, dass wir den FIS-Skicross-Weltcup austragen können", sagte Rudolph. Die Entscheidung darüber soll nächsten Montag, 27. Januar, fallen. Dann, so Hochschwarzwald Tourismus, werde der Schneekontrolleur der FIS abermals den Feldberg aufsuchen.

Stefan Knirsch, Direktor Verbandsmanagement von Snowboard Germany, bedauerte sehr, dass die Boarder-Wettkämpfe in diesem Jahr ausfallen. "Sportlich ist die Veranstaltung für unsere Athleten, aber auch international, von herausragender Bedeutung." Bis zuletzt habe man gehofft und um die Veranstaltung gerungen, so Knirsch. Die Wettkämpfe am Feldberg haben sich nach seiner Überzeugung bereits als festes Highlight im Gesamtweltcup etabliert. "Aber bei den derzeitigen Schneeverhältnissen sind wir chancenlos", so der Direktor. "Eine Verlegung scheidet ebenfalls aus, das gehört leider zum Wintersport dazu."