Abenteuer

Zwei Dogerner starten bei Europa-Orient-Rallye in Richtung Iran

Peter Rosa

Von Peter Rosa

So, 19. Mai 2019 um 13:23 Uhr

Dogern

Ihr Mercedes ist 17 Jahre alt und hat 300.000 Kilometer auf dem Tacho: Johannes Mihm und Reiner Jehle wagen das Abenteuer und fahren quer durch Europa und die Türkei bis in den Iran.

Die Reise begann von der Bundesgartenschau in Heilbronn aus. Die Europa-Orient-Rallye führt die Teilnehmer während der dreiwöchigen Fahrt durch Süd-Ost-Europa, die Türkei und den Iran und zurück nach Zypern, von wo aus es wieder zurück in die Heimat geht. Die Herausforderung für die rund 7000 Kilometer: Das verwendete Fahrzeug muss mindestens 20 Jahre alt oder höchstens 999,99 Euro wert sein.

Befahren werden dürfen nur Landstraßen und auch das Navi ist tabu."Wir wollen einfach Spaß haben und zur Völkerverständigung beitragen", erklärt Mihm die Motivation für das Abenteuer. Er fährt gerne Auto und nach vielen Motorrad-Touren wollen er und Reiner Jehle etwas Neues ausprobieren. Ein Abenteuer ist die Rallye allemal, denn übernachtet wird in der Regel im Zelt-Camp. Nur, wo das nicht möglich ist, geht es ins günstige Hotel für maximal 11,11 Euro pro Nacht.

Insgesamt nehmen 42 Teams aus aller Welt an der Rallye teil

"Wir wollen auch die Menschen vor Ort kennenlernen", sagt Reiner Jehle. Gemeinsam essen oder mal zum örtlichen Barbier gehen, gehöre da dazu. "Mimi" und "Chipsy", wie die zwei Dogerner Freunde sich seit Kindesbeinen an rufen, fahren im Dreier-Team "camel toe" mit zwei weiteren Autos aus Franken und dem Allgäu. Insgesamt nehmen 42 Teams aus aller Welt an der Europa-Orient-Rallye teil.

Nach einem Jahr Vorbereitung wurde Anfang des Jahres das Auto ausgewählt und in Freiburg gekauft. "Laufen tut er", attestiert Mihm dem 270 CDI mit 2,7 Litern Hubraum und Automatikgetriebe – bei weitem nicht die unbequemste Weise, sich in die Wüste schicken zu lassen. Der Wagen wurde überprüft und mit frischem Öl ausgestattet. Techniker Mihm verpasste ihm zudem einen Dachträger mit Zusatzlicht, Ersatzreifen und Benzinkanister sowie ein Abschleppseil und Erste-Hilfe-Ausrüstung.

Johannes Mihm zog robuste Winterreifen auf und reparierte die Handbremse. Ins Kombi-Heck baute er unter anderem eine ausfahrbare Sitzgarnitur. Dort befinden sich auch die in Geschenkpapier eingepackten Spenden, die die beiden vor Ort übergeben werden. Denn die "EOR" ist nicht nur eine Spaß-Rallye. 2019 konnte die Welthungerhilfe als Partner gewonnen werden. Neben Kleidung, Nähmaschinen und anderen Kleinigkeiten sind auch zwölf Paare Kinderstiefel für das hochgelegene türkische Dorf Karahan mit an Bord. Gespendet wurden sie von einem Dogerner Schuhhaus. Und auch der Erlös aus dem Verkauf der Rallye-Fahrzeuge wird am Ziel an eine zypriotische Hilfsorganisation gespendet, bevor es mit dem Flugzeug nach Hause geht.
Die Europa-Orient-Rallye wird seit 2016 jedes Jahr gefahren. Organisiert wird sie von Auto-Fans der jeweiligen Transitländer. Die Sieger-Trophäe ist ein Kamel. Weitere Infos und die genaue Position der Teams gibt es im Internet: europa-orient-rallye.de