Zwei Kapellen für ein Jubiläum

Andreas Böhm

Von Andreas Böhm

Mo, 22. November 2021

Todtmoos

Der Musikverein Todtmoos-Weg gönnt sich mit zwei musikalischen Gast-Ensembles einen besonderen Abend.

Böhmisch-Mährische Klänge zum Jubiläum: Lange musste der Musikverein Todtmoos-Weg auf diesen Tag warten. Aufgrund der Pandemie wurde das 125-jährige Vereinsjubiläum bereits um ein Jahr verschoben. Mit einem grandiosen Blasmusikabend feierte die "Wegner Musik" am Samstag nun ihr Jubiläum "125 plus 1 Jahre".

. Zu Gast waren zwei ausgezeichnete Formationen, die sich der böhmisch-mährischen Musik verschrieben haben.

Den Auftakt in der Wehratalhalle vor mehr als 200 Gästen machte Christoph Gleichauf und seine Blaskapelle "Keine Stille Stunde". Die Formation bereichert die Szene seit viereinhalb Jahren und zog an dem Abend alle Register ihres Könnens. Nach dem Eröffnungsmarsch "Im Eilschritt nach Sankt Peter" folgte mit "Endlich wieder musizieren" aus der Feder von Christoph Gleichauf ein Titel, der die Situation der Blasorchester kaum besser hätte beschreiben können.

Die Vorsitzende des Jubiläumsvereins, Barbara Schemmer, betonte denn auch bei der Begrüßung: "Es ist keine einfache Zeit". Umso mehr genossen die Zuhörer und Musiker gleichermaßen den Abend in Todtmoos. Neben zahlreichen Kompositionen von Musikern aus den eigenen Reihen begeisterte "Keine Stille Stunde" auch mit legendären Stücken von Ernst Mosch. In dem Medley "Heute moschen wir" waren viele Klassiker der Egerländer Musikanten verarbeitet.

Gespickt war das Konzertprogramm von Christoph Gleichauf mit zahlreichen solistischen Einlagen. So kündigte Conferencier Michael Baier mit "Pfeffernüsse" ein Solo für das Posaunenregister an, bei dem er selbst mitwirkte.

Den zweiten Teil des unterhaltsamen Konzertabends bestritten "Michael Maier und seine Blasmusikfreunde". Auch dieses Programm brachte viele Höhepunkte mit zahlreichen eigenen Kompositionen wie etwa dem Marsch "Gruß aus dem Achtal".

Bassist Harald Kirschner überzeugte das Publikum auf seinem Instrument als Solist beim "Tubamuckel", ein Stück in Anlehnung an den klassischen Klarinettenmuckel. Elke Karr und Michael Maier präsentierten sich bei einigen Stücken als harmonisches Gesangsduo. Eine Premiere an dem Abend feierte die Polka "Aufwind". Dirigent Michael Maier griff selbst zum Bariton und glänzte ebenfalls als Solist. Die beiden Orchester für den Konzertabend hatte Brigitte Kiefer vom Musikverein Todtmoos-Weg organisiert. Und sie hatte eine sehr gute Wahl getroffen, denn das Publikum im Saal war restlos begeistert.

Auch die Vorsitzende Barbara Schemmer zog nach dem gelungenen Konzertabend ein durchweg positives Resümee. Aufgrund der Pandemie war die Organisation eines solchen Konzertes mit besonders großem Aufwand verbunden: "Wir haben heute Abend alles für die Sicherheit der Gäste und Musiker getan", sagte Barbara Schemmer abschließend.

Der Grundstein für die Wegner Musik, wie der Verein im Volksmund genannt wird, wurde im Sommer 1895 im Mättlewirtshaus (ehemaliges Gasthaus Kranz) gelegt. Nach fleißiger Probenarbeit hatte der Musikverein Todtmoos-Weg dann am 27. Januar 1896 den ersten offiziellen Auftritt unter der Leitung von Anton Langeneckert anlässlich des Geburtstages des deutschen Kaisers. Im Laufe der 125-jährigen Vereinsgeschichte durchlebte die Wegner Musik viele Höhen und Tiefen. Nachzulesen ist dies in der Chronik des Vereins.

Seit 2008 ist Barbara Schemmer Vorsitzende des Musikvereins. Seit Oktober 2018 hat Robert Faller die musikalische Leitung.