Zweitimpfungen nicht mit Astrazeneca

dpa

Von dpa

Sa, 03. April 2021

Deutschland

Stiko-Empfehlung für Jüngere.

(dpa/tst). Mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren sollen nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die zweite Impfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Das steht in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschlussentwurf. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will kommende Woche mit den Gesundheitsministern der Länder darüber beraten.

Wie eine Sprecherin des Landessozialministeriums auf Anfrage mitteilte, soll die Empfehlung in Baden-Württemberg "selbstverständlich" umgesetzt werden. Das genaue Vorgehen werde nun geprüft. Das Ministerium gehe davon aus, dass die Termine einfach bestehen bleiben können und die Impflinge statt des Astrazeneca-Impfstoffs den von Biontech erhalten. Voraussetzung sei, dass letzterer Impfstoff in ausreichender Menge vorhanden sei. Die ersten Zweitimpfungen mit Astrazeneca sind im Land für die Woche nach dem 12. April vorgesehen.

Bund und Länder waren am vergangenen Dienstag einer Empfehlung der Stiko gefolgt, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 zu verabreichen. Grund waren 31 Verdachtsfälle einer Hirnvenenthrombose. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte nun dem Spiegel, über das Risiko bei zweimaliger Impfung mit Astrazeneca könne man derzeit nur spekulieren.

Derweil meldete am Freitag die britische Arzneimittelbehörde MHRA, dass in Großbritannien bei mehr als 18 Millionen Impfungen mit Astrazeneca nur rund 30 Fälle von seltenen Blutgerinnseln gemeldet worden seien. Die 31 Fälle in Deutschland waren bei knapp drei Millionen Impfungen aufgetreten.