Pandemie in Neuenburg

27 Bewohner und 13 Mitarbeiter in Seniorenheim mit Corona infiziert

Alexander Huber

Von Alexander Huber

Di, 02. Februar 2021 um 13:05 Uhr

Neuenburg

Im Seniorenzentrum St. Georg in Neuenburg ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. 27 der 71 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 13 Mitarbeitende haben sich mit dem Virus infiziert.

Bislang ist die Neuenburger Senioreneinrichtung, deren Träger der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald ist, gut durch die Pandemie gekommen. Doch trotz der "hohen Schutzstandards im Haus", wie Jochen Kandziorra, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes, beteuert, hat sich eine Ausbreitung des Corona-Virus nicht verhindern lassen. 27 Bewohnerinnen und Bewohner von St. Georg haben sich, Stand Dienstagmorgen, infiziert, außerdem 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung.

Eine 99-jährige, bereits stark vorerkrankte Bewohnerin ist vor wenigen Tagen gestorben. Die anderen Fälle, so Kandziorra, seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht kritisch, die meisten Verläufe seien mild, teilweise sogar asymptomatisch. Vier Bewohnerinnen und Bewohner, bei denen ein besonderes Risiko besteht, wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

Sowohl für die Verantwortlichen des Seniorenzentrums als auch für das Gesundheitsamt, das die Einrichtung für die Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens lobt, wirft der Ausbruch Fragen auf. Merkwürdig erscheint die mutmaßlich lange Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen, beziehungsweise der relativ lange Zeitverzug bis zum Anschlagen der Tests, berichtet Kandziorra.

So war zunächst ein Bewohner positiv getestet und anschließend sofort unter Einzelquarantäne gestellt worden. Danach vorgenommene regelmäßige Tests bei den anderen Bewohnern ergaben erstmal nur negative Ergebnisse. "Wir hatten so etwas in einer anderen Einrichtung unseres Verbandes. Da ist es dann bei einem Einzelfall geblieben. Und zunächst haben wir gedacht, dass es hier in Neuenburg auch so abläuft."

Unterstützung kommt auch von der Bundeswehr

Ab dem 18. Januar indes schlugen Tests positiv an, bald auch in größerer Zahl. Der 18. Januar war auch der Tag, an dem im Seniorenzentrum St. Georg die erste Runde der für die Einrichtung vorgesehenen Impfmaßnahmen über die Bühne ging, an der ein Großteil der Bewohner und Mitarbeiter teilnahm, wie Kandziorra berichtet. Für die bislang nicht Infizierten soll die zweite Impfrunde demnächst wie geplant stattfinden.

"Aufgrund des sehr dynamischen Infektionsgeschehens und kann es in den kommenden Tagen noch zu weiteren positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohnern sowie und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kommen" Jochen Kandziorra
"Aufgrund des sehr dynamischen Infektionsgeschehens und kann es in den kommenden Tagen noch zu weiteren positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohnern sowie und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kommen", sagt Jochen Kandziorra. Der Ausfall der Mitarbeiterinnen sorgt für einen angespannten Dienstplan in der Einrichtung. Doch Entlastung ist in Sicht: Vier Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten sollen im Rahmen des Katastrophenschutzes in die Neuenburger Einrichtung abgeordnet werden.

"Der Caritasverband hat alles in die Wege geleitet, um eine den Umständen entsprechende, gute Bewohnerversorgung sicherzustellen", versichert Jochen Kandziorra. "Unsere Sorge gilt den erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeitenden und deren Familien, verbunden mit dem Besten Wünschen für eine rasche Genesung."