Schockanrufe

28-Jährige geht der Freiburger Polizei in Herdern in die Falle

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Do, 15. April 2021 um 15:45 Uhr

Polizei Freiburg

Vor einer Woche ging eine Welle an Anrufen falscher Polizisten durch Freiburg. Jetzt vermeldet die echte Polizei die Festnahme einer Tatverdächtigen.

Es war der 7. April, als die Freiburger Polizei rund 15 telefonische Betrugsversuche registrierte. Die Masche war immer die gleiche: Angeblich habe es in der Nachbarschaft einen Einbruch gegeben. Bei einem ertappten Täter habe man einen Notizzettel mit der Adresse des Angerufenen gefunden. Dann fragte der "falsche Polizeibeamte" nach Wertgegenständen und Bargeld und empfahl, diese ihm zu übergeben.

Als potenzielles Opfer suchten sich an diesem Tag die unbekannten Täter einen 77-Jährigen im Stadtteil Herdern aus. Der jedoch reagierte genau richtig, wie die Polizei jetzt mitteilt. Er verständigte die Ermittler und vereinbarte mit dem Anrufer eine Geldübergabe. Dabei nahm die Polizei eine 28-jährige Deutsche fest, die auch ihren Wohnsitz in Deutschland hat, allerdings nicht in Freiburg. Details über Ort und Umstände nennt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Hinweise auf den Anrufer gebe es nicht. Die Frau ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Haftgründe, wie Verdunklungs-, Flucht- oder Wiederholungsgefahr lägen nicht vor.

Übrigens: In keinem Fall kam es laut Polizei zur Übergabe von Geld oder Wertsachen.
Das rät die Polizei

Betrugsversuche mit dieser oder ähnlichen Maschen kommen häufig vor. Wer von mutmaßlichen Betrügern angerufen wird, soll laut Polizei folgendes beherzigen:

» Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf. Beim geringsten Verdacht rufen Sie bitte sofort die Polizei über die kostenlose Notrufnummer 110.

Seien Sie achtsam, wenn Sie am Telefon oder Computer nach hohen Geldbeträgen oder sonstigen Wertsachen gefragt werden. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

» Die Polizei und Bankinstitute fragen Sie nie nach Wertsachen oder Geldbeträgen. Beenden Sie umgehend das Gespräch und rufen sie die echte Polizei unter 110 an.

Seien Sie gewiss: Ärzte verlangen für angebliche Notbehandlungen im Zusammenhang mit Corona keine Bezahlung.

» Wird Ihnen mitgeteilt, ein naher Verwandter oder Bekannter befinde sich in einer Notlage (Unfall mit Todesfolge verursacht, Immobilienkauf, Autokauf und ähnliches), beenden Sie das Gespräch und nehmen Sie umgehend Kontakt auf zu der Person, die von den Anrufern genannt wurde, um den Sachverhalt zu klären.

Warnen Sie als Sohn, Tochter oder Enkel insbesondere Ihre älteren Angehörigen vor den aktuellen Betrugsmaschen. Treffen Sie innerhalb Ihrer Familie Absprachen.

In allen diesen Fällen nehmen Sie bitte Kontakt mit der Polizei über die kostenlose Notrufnummer 110 auf.