Kernkraftwerk schon wieder vom Netz

Kai Oldenburg

Von Kai Oldenburg

Fr, 05. Juli 2019

Aargau

Panne direkt nach der Revision.

LEIBSTADT/SCHWEIZ. Das Atomkraftwerk im schweizerischen Leibstadt gegenüber Waldshut musste nur zwei Tage nach dem Wiederanfahren abgeschaltet werden. Nach der vierwöchigen Jahresrevision hatte die Schweizer Atomaufsichtbehörde Ensi zu Beginn dieser Woche die Erlaubnis für das Hochfahren des 35 Jahre alten Kraftwerks erteilt. Am Donnerstag gab das Kraftwerk bekannt, dass das Kernkraftwerk wieder still stehe. Wann die Reaktoren wieder hochgefahren werden, ist noch unklar.

Auslöser der Abschaltung sei eine Ölleckage am Hydrauliksystem des Ventils eines Pumpensystems, so die Kraftwerksleitung. Kaum hatten die Mitarbeiter damit begonnen, das Atomkraftwerk am Ufer des Hochrheins wieder hochzufahren, zwang sie eine Fehlermeldung zum außerplanmäßigen Herunterfahren der Anlage. Laut Pressemitteilung des Kraftwerks, wurde am Donnerstag um 4.30 Uhr "im Kernkraftwerk Leibstadt mit einer geordneten Abschaltung begonnen". Um 7 Uhr sei das Werk vom Netz gegangen.

Laut Aufsichtsbehörde keine Gefahr für Sicherheit

Mit diesem jüngsten Vorkommnis, welches das Kraftwerk nach eigener Aussage unmittelbar an das Ensi (Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat) gemeldet hat, setzt sich die inzwischen lange Liste der Störfälle und außerplanmäßigen Abschaltungen fort. Vor der planmäßigen Jahresrevision, die am 3. Juni begonnen hatte und in dieser Woche abgeschlossen wurde, war es am 12. Mai zu einem Störfall gekommen. Wegen eines fehlerhaften Vordruck-Reglers schaltete sich der Reaktor automatisch ab. Am 24. April hatte ein ähnlicher Vorfall ebenfalls zu einer Schnellabschaltung geführt. Das sagt die Atomaufsicht.

Nach dem jüngsten Vorfall befinde sich das Atomkraftwerk Leibstadt "in einem sicheren Zustand", so die Schweizer Atomaufsicht. Das Ensi schreibt auf seiner Internetseite dazu: "Das Ensi wurde vorschriftsgemäß informiert und hat das Ereignis auf der internationalen Ereignisskala Ines vorläufig der Stufe 0 (Ereignis ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung) zugeordnet." Und: "Es gab keine erhöhten Abgaben von Radioaktivität an die Umwelt. Das Messnetz des Ensi zeigte keinen Anstieg.