Prozess

Raser auf der A1 im Aargau: Zwei junge Männer sollen ins Gefängnis

sda

Von sda

Mo, 19. Oktober 2020 um 12:05 Uhr

Aargau

Sie mieten sich PS-starke Autos und sollen sich damit ein Rennen im Aargau geliefert haben. Deswegen sollen ein 21-Jähriger und ein 19-Jähriger mehrere Monate ins Gefängnis.

Zwei junge Männer sollen nach einem mutmaßlichen Rennen auf der Autobahn A1 im Ostaargau und weiteren Tempo-Exzessen zu teilbedingten Freiheitsstrafen verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft Baden fordert für den Serben und den Kosovaren zudem eine fakultative Landesverweisung. Der 19-jährige Serbe und der 21-jährige Kosovar aus dem Kanton Zürich waren in der Nacht auf Samstag, 11. April, auf der A1 bei Spreitenbach mit massiv übersetzter Geschwindigkeit geblitzt worden.

Mehr als 100 Stundenkilometer zu schnell

Die beiden Beschuldigten fuhren in gemieteten PS-Boliden nebeneinander. Der 19-Jährige wurde mit einer Geschwindigkeit von 235 Stundenkilometer gemessen, der 21-Jährige mit einer Geschwindigkeit von 224 Stundenkilometer, wie die Oberstaatsanwaltschaft Aargau am Montag mitteilte. Die zulässige Geschwindigkeit beträgt an der Messstelle 120 Stundenkilometer. Abzüglich der Toleranz von 7 km/h ergibt das gemäß Anklage eine strafbare Überschreitung der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 108 Stundenkilometern beziehungsweise von 97 Stundenkilometern.

Die Staatsanwaltschaft Baden wirft den Beschuldigten vor, durch ihre Fahrweise mehrfach andere Verkehrsteilnehmer, sich selber und ihre Beifahrer einer hohen Unfallgefahr mit Schwerverletzten oder Todesopfern ausgesetzt zu haben.

Tempo-Exzesse mit dem Handy gefilmt

Zusätzlich zu den besonders krassen Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn und der Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen wirft die Staatsanwaltschaft den beiden Männern weitere Verkehrsdelikte vor. Unter anderem sollen sie unabhängig voneinander - der 21-jährige einmal, der 19-jährige mehrfach - außerorts massive Geschwindigkeitsüberschreitungen begangen haben. Diese Tempo-Exzesse hatten die Beschuldigten mit ihren Handys gefilmt.

Die Staatsanwaltschaft Baden beantragt für den 19-jährigen Serben eine Freiheitsstrafe von 3 Jahren, davon 18 Monate unbedingt, und eine Geldstrafe von 3000 Franken. Für den 21-jährigen Kosovaren forderte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, davon 15 Monate unbedingt, und eine Busse von 2500 Franken.

Zusätzlich beantragt sie für beide Beschuldigte eine fakultative Landesverweisung von je 5 Jahren. Wann der Prozess am Bezirksgericht Baden stattfindet, steht noch nicht fest.