Marktplatz 11

Abstand wahren: Engpass im Korridor

Michael Sträter

Von Michael Sträter

Di, 27. April 2021

Emmendingen

Warum kommt der Landkreis gerade so gut durch die Pandemie? Wenigstens vergleichsweise gut. Der Inzidenzwert liegt seit geraumer Zeit fast ausschließlich unter 100. Was lange auch für Freiburg und den Kreis Breisgau-Hochschwarzwald galt. Eine abschließende wissenschaftliche Erklärung dafür gibt es laut Hartmut Hengel, Virologe an der Uniklinik Freiburg, nicht. Er äußert die Vermutung, dass viele Menschen hier größere Vorsicht walten lassen als im restlichen Ländle, Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen beachten. Ein Blick zur Mittagspausenzeit in die Emmendinger Innenstadt mag den Mediziner bestätigen. Auf den Bänken sitzt in der Regel je nur eine Person. Sind es zwei, rutschen sie so weit auseinander, dass sie fast von der Bank fallen. Auf dem Schlossplatz sind die meisten Stühle mit Drahtseilen als Schutz vor Diebstahl gesichert. Platz nehmen ist möglich, aber die Seile geben nur Spiel für zwei Personen. Vorbildlich also. Nun wird das Bild in der Theodor-Ludwig-Straße eingetrübt. Nicht wegen des Staubs, der durch die Straßenarbeiten aufgewirbelt wird. Just hier, wo zwischen Kirchstraße und Marktplatz fleißig gebuddelt wird, kommt es zum Engpass. Zwar wird auf dem Hinweisschild in Höhe Kirchstraße um Abstandswahrung gebeten. Doch sobald sich etwa kinderwagenschiebende Eltern durch die Passage zwängen, kommt es unvermeidlich zu Begegnungen unterhalb des gewünschten 1,50-Meter-Korridors. Tipp: Eine kleiner Umweg über die Kirchstraße führt begegnungsärmer auch zum Ziel.