Adieu nach über 40 Jahren

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Do, 18. Juli 2019

Friesenheim

Schule verabschiedet Reinhold Meyer und Regina Erb-Schalk / Franz-Reß-Medaille für Erb-Schalk.

FRIESENHEIM. Mit einer Feierstunde sind in der Aula des Bildungszentrums Friesenheim Regina Erb-Schalk und Reinhold Meyer nach mehr als 40 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet worden. Außerdem wurde Regina Erb-Schalk mit dem Franz-Reß-Preis vom Förderkreis des Bildungszentrums ausgezeichnet.

Bürgermeister Erik Weide zeigte seine helle Freude über den "großen Bahnhof", der am späten Montagnachmittag in der Aula für die beiden Lehrer veranstaltet wurde. Im Beisein der früheren Schulleiter Behre und Lögler, des Lehrerkollegiums und Mitgliedern des Förderkreises ging Rektorin Angelika Philipzen auf den beruflichen Werdegang von Regina Erb-Schalk ein.

Sie war nach Stationen in Radolfzell und Offenburg 1986 nach Friesenheim gekommen. "Die Friesenheimer Schule ist die Schule deines Herzens geworden", sagte Philipzen. Sie sei konstruktiv, kritisch und hochengagiert an ihre pädagogische Arbeit gegangen. Mathematik und Bildende Kunst waren ihre Schwerpunkte, auch war Erb-Schalk Mentorin für beide Fächer sowie Gleichstellungsbeauftragte. Hervorgehoben wurde, wie engagiert die gebürtige Friesenheimerin (Jahrgang 1954) sich um die Organisation des Comenius-Projektes "Girl on technical jobs" und die jährlichen "Boys-and-girls-days" kümmerte.

"Der Kunstbereich lag dir besonders am Herzen", sagte Philipzen und lobte die kreativen Kräfte, die die Lehrerin bei den Schülern geweckt habe. Und: "Ihr liebstes Kind war der Kunstmarkt", sagte Charlotte Schubnell vom Förderkreis: Diesen Markt habe Erb-Schalk aus der Taufe gehoben und mit Herzblut und Energie weiterentwickelt. Als Dank und Anerkennung überreichte sie Erb-Schalk den Franz-Reß-Ehrenpreis.

Als dienstältester Lehrer wurde Reinhold Meyer in den Ruhestand verabschiedet. Der Freiburger, ebenfalls Jahrgang 1954, studierte die Fächer Technik und Sport und kam 1977 als Fachoberlehrer ans Bildungszentrum. "Es war seine erste und einzige Schule", sagte Angelika Philipzen. Sie erinnerte an das bevorstehende 50. Schuljubiläum und betonte, dass Meyer davon 42 Jahre aktiv mitgestaltet habe: "Das verdient unser aller Respekt."

Meyer habe viel Geduld und ein großes Durchhaltevermögen bewiesen. Er war Computerexperte mit profunden EDV-Kenntnissen in Soft- und Hardware: Der "Alleskönner" habe alles erfasst, von den Stundenplänen über die Schul- und Notenverwaltung bis zur Organisation der Abschlussprüfungen.

Heimliche Sportstunden am Samstag gehalten

Meyer war Fachberater und Fortbildner für Technik und viele Jahre auch Verbindungslehrer mit gutem Kontakt zu den Schülern. 2013 erhielt auch Meyer den Franz-Reß-Preis. Seine Leidenschaft war auch der Sport, besonders Handball.

Mit Schmunzeln erzählte Philipzen eine Anekdote: Meyer und der frühere Kollege Oskar Kopf hatten einen Deal, bei dem Meyer für seinen Freund ein Schuljahr lang zwei Sportstunden am Samstagmorgen abhielt – wovon die Schulleitung nie etwas mitbekam. "Du warst ein stets hilfsbereiter und hochgeschätzter Kollege", so Philipzen.