Aerosole und Gesang

Silke Hartenstein

Von Silke Hartenstein

Do, 04. Juni 2020

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Zu Beginn der Pandemie gab es mehrere heftige Fälle von Ansteckung bei Konzerten und Proben von Chören. Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, warnte: "Tröpfchen fliegen besonders weit beim Singen". Bernhard Richter, Leiter des Freiburger Instituts für Musikermedizin, wies am 25. April darauf hin, dass "Aerosole, also kleinste, feinste Partikel, nicht sofort zu Boden fallen, sondern sich in der Raumluft halten". Christian Kähler, Professor für Strömungsmechanik an der Universität der Bundeswehr München, veröffentlichte dann am 7. Mai eine Testreihe zur Ausbreitung von Aerosolen bei Instrumenten und Stimmen. Einen ähnlichen Versuch unternahmen die Bamberger Symphoniker in Kooperation mit dem Freiburger Institut für Musikermedizin. Beide Versuche kommen zum Schluss, dass die Reichweite des von Sängern ausgehenden Luftstroms etwa einen halben Meter beträgt. Daraus leitet Kähler ab, 1,5 Meter Abstand und eine versetzte Aufstellung müssten ausreichen, um gegenseitige Infektionen zu vermeiden.