Afghanistan nun vollständig in Hand der Taliban

kna,afp

Von kna & afp

Di, 07. September 2021

Ausland

Islamisten erobern Pandschir.

(AFP/KNA). Die letzte Bastion des Widerstands gegen die Taliban in Afghanistan ist offenbar gefallen: Die neuen Machthaber am Hindukusch teilten am Montagmorgen mit, dass das Pandschir-Tal "vollständig erobert" sei. Die Nationale Widerstandsfront (NRF) kündigte an, ihren Kampf "fortzusetzen". Das Tal hat eine hohe symbolische Bedeutung: In den 80er Jahren verteidigten sich die Bewohner gegen die Sowjets, im darauffolgenden Jahrzehnt wehrten sie die Taliban ab und standen nie unter deren Kontrolle. Der Iran verurteilte den jüngsten Angriff der Taliban am Montag "scharf".

"Mit diesem Sieg ist unser Land vollständig aus dem Sumpf des Krieges befreit", erklärte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid. Die Taliban waren bereits am Wochenende im gebirgigen Pandschir-Tal vorgerückt, um die Widerstandshochburg endgültig einzunehmen. Sie meldeten schwere Kämpfe und Gebietsgewinne in der Provinz nördlich von Kabul.

Die Nationale Widerstandsfront erklärte am Montag, sie sei immer noch in "strategischen Positionen" präsent. "Der Kampf gegen die Taliban und ihre Partner wird weitergehen", hieß es von der Gruppe auf Twitter. In der Nacht zum Montag hatten die Widerstandskämpfer bereits einen Waffenstillstand vorgeschlagen – ein Zeichen für die drohende Niederlage gegen die vorrückenden Taliban.

Derweil ist der UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths in Kabul mit dem künftigen Chef der Taliban-Regierung, Mullah Baradar, zusammengetroffen. Wie die Vereinten Nationen am Montag mitteilten, versprach die afghanische Führung, mit der humanitären Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um die Unterstützung der Menschen in Afghanistan sicherzustellen. UN-Vertreter Griffiths betonte den Angaben zufolge die Rolle von Frauen bei der Erbringung der Hilfe. Ihre Rechte, ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen müssten gewährleistet werden.