Alexander Zverevs Warten geht weiter

dpa

Von dpa

Mo, 13. September 2021

Tennis

Novak Djokovic im Halbfinale der US Open zu stark.

Für einen Moment musste Alexander Zverev bei aller Enttäuschung sogar lachen nach dem neuerlich geplatzten Traum von einem Grand-Slam-Titel. Mit was man es vergleichen könne, ein Halbfinale der US Open zu spielen und dann zu verlieren, wurde der Olympiasieger nach der Fünf-Satz-Niederlage gegen Novak Djokovic in New York gefragt. Deutschlands bester Tennis-Spieler vergrub das Gesicht kurz hinter seinen Händen, dachte nach und antwortete nach dem Glucksen: "Wenn die Freundin, die du seit Jahren liebst, mit dir Schluss macht. Sowas ungefähr."

Es schmerzte Zverev also sehr, dieses 6:4, 2:6, 4:6, 6:4, 2:6 nach 3:33 Stunden gegen die Nummer eins der Weltrangliste. Aber wie im Beziehungsleben kommt nach einem Ende oft auch ein Anfang und daran schien Zverev fester zu glauben als je zuvor. Er wirkte gefasst, gratulierte Djokovic lange und fair und ließ sich von keiner Frage im Nachgang aus der Ruhe bringen. Die knappe Finalniederlage im Jahr zuvor, als ihm nur zwei Punkte zum Sieg gegen Dominic Thiem aus Österreich fehlten, nagte lange an ihm. Inzwischen aber hat der Weltranglistenvierte nicht nur die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio gewonnen, sondern ist "ein sogenannter Star der nächsten Generation, der im vergangenen Jahr herausgefunden hat, wie er in den größten Momenten cool bleibt", wie es die New York Times formulierte.

Natürlich hätte Zverev das Match gegen seinen Kumpel Djokovic am Freitagabend lieber gewonnen, so wie sechs Wochen zuvor im Halbfinale von Tokio auf dem Weg zu Gold. Oder so wie sein Halbfinale beim ATP-Turnier in Cincinnati, als er gegen den Weltranglistendritten Stefanos Tsitsipas nahezu aussichtslos zurücklag und trotzdem noch gewann. Doch er wusste, in welchen Momenten Djokovic die Partie entschieden hatte – und dass es in dieser Form einzig eine Frage der Zeit ist, bis er selbst seinen ersten Grand-Slam-Titel holt. "Er spielt das beste Tennis dann, wenn er muss. Viele Spieler tun das nicht", sagte Zverev.

Das Finale der Männer zwischen dem Serben Novak Djokovic und dem Russen Daniil Medwedew war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet.