Als ob dadurch der Rassismus verschwände

Johannes Wagner

Von Johannes Wagner (Stegen)

Mi, 01. Juli 2020

Leserbriefe

Zu: "Union gegen Streichung des Begriffs Rasse", Agenturbeitrag (Politik, 15. Juni)

Dass die beabsichtigte Streichung des Begriffs "Rasse" aus dem Text des Grundgesetzes bei der Union auf Skepsis und Ablehnung stößt, kann ich nur gutheißen. Eine althergebrachte Redensart sagt: "Der schlägt den Sack und meint den Esel". So kommen mir auch die Stimmen vor, die sich für die besagte Streichung stark machen und die "Rasse" durch ein typisch neudeutsches Wortungetüm (in dem zum Beispiel "Ethnien" vorkommen soll) ersetzt haben möchten.

Dass trotzdem die Vokabeln "Rassismus" und "rassistisch" bedenkenlos weiter verwendet werden sollten, finde ich dann reichlich inkonsequent. Als ob der Rassismus verschwände, wenn man das Wort aus dem Grundgesetz eliminierte, an dessen Formulierung seine "Väter" vor über 70 Jahren gründlich gearbeitet haben. Johannes Wagner, Stegen