"Am Abend sieht man, was man geschafft hat"

Hagen Späth

Von Hagen Späth

Do, 07. November 2019

Kappel-Grafenhausen

DIE AZUBI-KAMMERSIEGER:Bodenleger Mario Fehrenbach steht heute in Berlin im Bundeswettbewerbfinale.

KAPPEL-GRAFENHAUSEN (has). Einige der besten Junghandwerker aus Südbaden, die von der Handwerkskammer ausgezeichnet wurden, leben oder arbeiten in der Ortenau. Die BZ stellt sie vor, heute: Mario Fehrenbach, Bodenleger. Er ist nicht nur Sieger der Handwerkskammer in Freiburg geworden, sondern tritt heute als Bester seines Landes in Berlin im Bundeswettbewerb an.

"Ich weiß nicht, was da auf mich zukommt", sagt Mario Fehrenbach auf die Frage, wie der Wettbewerb auf Bundesebene, an dem die besten Bodenleger der Länder sich messen, gestaltet ist. Er weiß nur, dass er am Tag zuvor seinen Arbeitsplatz einrichten darf und dass er am Tag der Prüfung zwei Aufgaben bekommt und einen Tag Zeit hat, sie zu bearbeiten. Mit seinen 94 von 100 möglichen Punkten in der praktischen Prüfung vor der Kammer in Freiburg hat Fehrenbach das beste Ergebnis im Land Baden-Württemberg erzielt und sich damit automatisch für die Bundesebene qualifiziert.

Als praktischen Teil seiner Gesellenprüfung musste er eine 1,30 mal 1,30 Meter große Platte anfertigen und darauf einen Bodenbelag selbst gestalten und aufbringen, nach bestimmten Kriterien und Vorgaben. "Ich habe mich für einen PVC-Belag entschieden mit unserem Firmenlogo in der Mitte", sagt Fehrenbach. Dabei komme es auf sehr genaues und sauberes Arbeiten an: "Da ist manchmal ein Millimeter Unterschied schon zu viel oder zu wenig."

Der Junggeselle hat sein Handwerk im elterlichen Betrieb gelernt, ist praktisch mit ihm aufgewachsen und hat schon früh mit angepackt. "Ich habe immer mitgearbeitet, in den Schul- und später in den Semesterferien." Der 26-Jährige hat zunächst die städtische Realschule in Ettenheim besucht und dann am Technischen Gymnasium in Emmendingen das Abitur gemacht. Das Studium der Volkswirtschaft in Freiburg hat er nicht ganz vollendet, aber was er dort gelernt hat, kann er zum Teil heute in den Betrieb einbringen: "Das war mir letztlich zu theoretisch, aber das Wissen ist nicht verloren." Mit dem Ziel, den elterlichen Betrieb später einmal weiterführen zu können, entschied sich Fehrenbach dann für die Lehre. An seinem Beruf, in dessen Zentrum das Verlegen von verschiedenen Bodenbelägen von Teppichböden bis hin zu Fertigparkett zählt, schätzt er vor allem dessen Vielseitigkeit. Von der Beratung der Kunden über den Einkauf bis hin zum Verlegen der Beläge stelle die Arbeit eine abwechslungsreiche Mischung aus Theorie und Praxis dar. "Und am Abend sieht man, was man geschafft hat. Das macht mich zufrieden."

Die Firma Fehrenbach ist ein Familienbetrieb, der 2002 von Uwe und Monika Fehrenbach gegründet wurde. Neben den Eltern und Sohn Mario beschäftigt der Betrieb, zu dessen Hauptaufgaben Beratung, Verkauf und Verlegen verschiedener Bodenbeläge im Innenbereich gehören, noch einen weiteren Mitarbeiter.