Am Ende bleibt die Frage der Verantwortung

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Di, 26. Mai 2020

Efringen-Kirchen

Mountainbiker und der Forst – ein schwieriges Verhältnis.

(us). "Die Regelung ist eindeutig, auf Wald- und Wanderwegen mit weniger als zwei Metern Breite haben Fahrräder nichts zu suchen", ruft Forstamtsleiter Bernhard Schirmer die geltende Gesetzeslage zu Mountainbikes im Wald in Erinnerung – nicht, ohne nachzulegen, dass er gerade in der aktuellen Zeit, wo viele Menschen unter den Einschränkungen durch Corona leiden und der Wald als Erholungsraum ganz neu entdeckt wird, natürlich auch Verständnis für die Anliegen der Mountainbiker hat. Dass an vielen Stellen, so wie nun etwa auch in Egringen, sogenannte Single-Trails angelegt wurden, hält er für eine eher vorübergehende, der aktuellen Situation geschuldete Entwicklung. Allerdings zeige gerade der Egringer Fall, wie weit die Jugendlichen beim Anlegen solcher Trails über das Ziel hinausschießen können (die BZ hat berichtet). Gleichwohl hält es Schirmer für durchaus möglich, dass reguläre Mountainbiker-Strecken angelegt werden – dort, wo sie sich in die Landschaft einpassen und keine Wildtiere, Wanderer und Fußgänger stören. Die letzte große Frage sei aber, wer für deren Unterhalt die Verantwortung übernimmt. "Das ist gar nicht so einfach, weil es nicht nur um die Pflege der Strecke geht, sondern eben auch um die Frage, wer bei Unfällen haftet", weist er auf das zentrale Problem hin.

"Für einen Verein, etwa auch für die Egringer Landjugend, die ja sehr viel für den Ort leistet, ist das eine Nummer zu groß", ist sich auch Egringens Ortsvorsteher Bernd Meyer sicher. Wenn es um Versicherungsfragen geht, sieht er eher die Gesamtgemeinde in der Pflicht. Ob die sich solch eine Verantwortung aufhalsen will und vor allem, was das Landratsamt dazu sagt, lässt sich nicht absehen. Zumindest die Lörracher Behörde hatte ja die Rümminger Pläne nach einem solchen Single-Trail quasi auf der Schlussgeraden zum Platzen gebracht.