Entscheidung

Am Feldberg werden auch in Zukunft Weltcup-Rennen stattfinden

Hans-Jochen Köpper

Von Hans-Jochen Köpper

Mi, 15. Juli 2020 um 18:34 Uhr

Feldberg

Ski- und Snowboardcrosser werden am Feldberg weiter Weltcup-Punkte sammeln können. Das hat der Gemeinderat entschieden. Finanziell unterstützen will die Gemeinde die Rennen aber nicht.

Die weltbesten Ski- und Snowboardcrosser fahren an zwei Wochenenden im Januar und Februar am Feldberg wieder um Weltcup-Punkte. In der intensiven Diskussion im Gemeinderat mit vielen Pro- und Contra-Argumenten verließen die Meinungsbeiträge nie die Sachebene. Jedes Argument hatte Gewicht und war in sich schlüssig. Das Gremium rückte von der Option, nur einen Weltcup zu veranstalten, wieder ab. Aber außer Sachleistungen will die Gemeinde nichts weiter einbringen, und lehnte es ab, für Sponsoring 30 000 Euro an die Hochschwarzwaldtourismus GmbH (HTG) zu bezahlen. Mit sechs zu fünf Stimmen gab es eine knappe Mehrheit für die beiden Weltcups.

Keinen, einen oder zwei Weltcups – so lautete die Frage. Ebenfalls ging es um Sponsoringgelder. Die Entscheidung hatten die Gemeinderäte unter dem Eindruck der kurz zuvor gehörten Haushaltszahlen zu treffen, die Kämmerer Martin Hirt in einem Satz zusammenfasste und "von einem gerade so noch genehmigungsfähigen Haushalt 2020" sprach.

Coronakrise setzt Feldbergs Haushalt unter Druck

Bruno Schrade von der Bürgerliste Feldberg argumentierte, dass keine Investitionen stattfinden sollten, "nur weil wir eine Veranstaltung schön finden". Feldberg habe in letzter Zeit zu viel bezahlt und andere hätten davon profitiert. 500 000 Euro gingen jährlich an die HTG, da sollten die Weltcups mit drin sein. "Wir verschieben eine Kugelbahn für 35 000 Euro, die allen zugute kommt und sollen 30 000 Euro ausgeben, ohne wirklich zu wissen, was damit passiert und ob es wirkt ?"

Für Schrade ist die Werbewirksamkeit der Weltcup-Veranstaltungen nicht belegt. In Zeiten von knappen Kassen wollte er, dass das vorhandene Budget auf die primären Zielgruppen fokussiert wird. "Die für die Weltcups nötige Summe zwischen 90 000 und 170 000 Euro steht einfach nicht zur Verfügung", erklärte Schrade.

Werbewert der Weltcup-Rennen ist umstritten

Andreas Wirbser von der Feldberger Liste hielt entgegen, dass der Werbewert bei mehr als einer Million Euro liege und auch "mal antizyklisch investiert werden sollte." Bei zwei Weltcups würden, so Roland Dörflinger, die letzten Rennen in die Fastnachtswoche fallen, was den um diese Zeit herrschenden Volllastbetrieb einschränken würde.

Nach Aussage des technischen Betriebsleiters der Feldbergbahn, Martin Käfer, dauere der Abbau eine Woche und werde deshalb vor Beginn der Hochsaison an Fastnacht nicht abgeschlossen sein. Dörflinger wie auch Axel Birkholz wollten generell im Skiwinter 2021 auf die Weltcups verzichten und erst wieder 2022 im Weltcup-Kalender vertreten sein. Skicross und Snowboardcross seien keine Megaevents, die Gefahr aus dem Kalender der FIS zu fliegen, sei daher eher gering anzusehen.

Die Positionen waren am Ende klar bezogen, standen sich aber nicht unversöhnlich gegenüber. Letztlich waren vom Gemeinderat vier Entscheidungen zu treffen. Die weitreichendste Option, im Winter 2021 keinen Weltcup zu veranstalten, wurde vom Gremium mit vier zu sieben Stimmen verworfen. Spannend war die Entscheidung, ob nur ein oder zwei Weltcup-Wochenenden stattfinden.

Gemeinderat lehnt Zahlung von Sponsoringgeldern ab

Mit einer Stimme mehr sprach sich der Rat für die Weltcups aus. Mit sechs zu fünf Stimmen wurde für die Option von zwei Weltcups gestimmt. Das gleiche Ergebnis wurde bei der Frage der zu erbringenden Sachleistungen (Schneeaufbereitung, Pistenbully, Stromlieferung und Personalbereitstellung) erzielt. Dieser Kostenaufwand liegt, je nach Schneehöhe zum Streckenbau, im Bereich von etwa 80 000 bis 170 000 Euro.

Abschließend stand dann noch die Frage des Sponsorings zur Abstimmung an. Seitens der HTG war die Rede von 30 000 Euro, welche die Gemeinde Feldberg für einen Weltcup bezahlen sollte. Dies lehnte der Gemeinderat knapp ab. Feldbergs Bürgermeister Johannes Albrecht sprach als Fazit der Sitzung von "guten Entscheidungen."

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