Corona-Krise

Amateurfußballer setzen schon am Wochenende aus

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 29. Oktober 2020 um 12:11 Uhr

Fussball

Nichts geht mehr bei den Amateurfußballern in Baden-Württemberg. Die drei Landesverbände stellen den Spielbetrieb bereits am Wochenende ein. Auch trainiert werden soll nicht mehr.

Der November bleibt auf den Kickplätzen in Baden-Württemberg fußballfrei. Die drei baden-württembergischen Fußballverbände haben beschlossen, den gesamten Spielbetrieb für Männer, Frauen sowie der Jugend von der Oberliga abwärts mit sofortiger Wirkung auszusetzen. Das Spielverbot erfasst auch Pokal- und Freundschaftsspiele und gilt bis Ende November. Zudem werden alle Vereine aufgefordert, den Trainingsbetrieb von sofort an einzustellen.

Bund und Länder hatten am Mittwoch einschneidende Maßnahmen beschlossen, um die explosionsartige Verbreitung des Coronavirus zu stoppen. Diese sollen am kommenden Montag, 2. November 2020, in Kraft treten. Die drei baden-württembergischen Fußballverbände setzen mit ihrem Spielstopp bewusst schon vor der rechtlichen Umsetzung ein. Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe betont, dass alle nicht notwendigen Kontakte bereits jetzt und insbesondere am Wochenende unterbleiben sollen. "Dieser Aufforderung leistet der Amateurfußball in Wahrnehmung seiner gesellschaftlichen Verantwortung selbstverständlich Folge", heißt es in einer Pressemitteilung des Südbadischen Fußball-Verbands (SBFV).

Auch der Fußball muss einen Beitrag leisten

Die drei Landesverbände betonen, dass die Infektionsgefahr nach den ihnen vorliegenden Studien beim Fußballspielen im Freien als äußerst gering einzuschätzen sei. Risiken bestünden aber beim Zusammentreffen in Umkleidekabinen, in Duschräumen, bei der Bildung von Fahrgemeinschaften und auch dann, wenn sich Zuschauer nicht an Hygienevorgaben halten. Jetzt sei das Infektionsgeschehen so diffus und so dynamisch, dass auch vergleichsweise kleine Risiken vermieden werden müssen. "Deshalb muss auch der Fußball umgehend seinen Beitrag leisten", heißt es in der Pressemitteilung.

"Es zählt jeder Tag, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen." SBFV-Präsident Thomas Schmidt
Darüber hinaus fordern die Verbände die Vereine auf, den Trainingsbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen, selbst wenn die Sportstätten noch geöffnet sind. Auch auf Mannschaftsbesprechungen sollte verzichtet werden. "Der SBFV hat in der aktuellen Phase auch eine Fürsorgepflicht für seine Spielerinnen und Spieler und möchte außerdem mithelfen, das umzusetzen, was unsere Landesregierung gestern verkündet hat", sagt SBFV-Präsident Thomas Schmidt. "Es zählt jeder Tag, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen."

Der für den Spielbetrieb in Südbaden zuständige Vizepräsident Christian Dusch ergänzt: "Jetzt ist eingetreten, was sich keiner gewünscht hat. Wir werden nun in Baden-Württemberg beraten, welche Konsequenzen dies für den Spielbetrieb hat."

Wiederaufnahme des Spielbetriebs 2020 ist offen

Ob der Spielbetrieb im Kalenderjahr 2020 wieder aufgenommen werden kann, sei derzeit offen und hinge von den weiteren Entwicklungen ab. Alle drei baden-württembergischen Fußballverbände seien weiterhin bestrebt, die Saison 2020/21 ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. Inwiefern dies möglich sein wird, sei allerdings nicht abzusehen.

Die Entscheidung, ob der Spielbetrieb der Regionalliga Südwest fortgesetzt werden kann, obliegt der dortigen Gesellschafterversammlung. Hier ist eine Entscheidung noch nicht getroffen. Dabei werde nicht zuletzt maßgeblich sein, ob die vierthöchste Spielklasse dem Profifußball zugerechnet wird und damit nicht unter die beschlossenen Beschränkungen fällt. In der Regionalliga Südwest ist der SC Freiburg II momentan Tabellenführer, der Bahlinger SC rangiert auf Rang elf.