Nachruf

Andreas Berg ist im Alter von 62 Jahren gestorben

Volker Münch

Von Volker Münch

Fr, 14. Februar 2020 um 07:09 Uhr

Müllheim

Der frühere Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade, Andreas Berg, ist im Alter von 62 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

Am Freitag wird er beigesetzt. Berg war als Brigadegeneral von September 2007 bis September 2009 Chef des binationalen Kampfverbandes. Nach seiner Pensionierung ließ er sich mit seiner Familie in Müllheim nieder.

In seine Dienstzeit als Brigadegeneral in Müllheim fiel das 20-jährige Jubiläum der Brigade. In dieser Zeit stand für eine gewisse Zeit die weitere Existenz der von Frankreich und Deutschland getragenen Brigade zur Disposition. In der Vorbereitungsphase zur Münchener Sicherheitskonferenz konnte Andreas Berg die Entscheidungsträger der französischen Regierung überzeugen, als Kompensation der Aufgabe des Standortes Immendingen durch die französische Armee einen neuen Standort in Frankreich selbst zu eröffnen. Am Ende ging die Einheit unter Bergs Führung mit diesem neuen Standort bei Straßburg gestärkt aus der damaligen Debatte hervor.

Überhaupt war die deutsch-französische Zusammenarbeit für Andreas Berg ein wichtiges Zukunftsthema, dem er sich angesichts der Aussöhnung der ehemals verfeindeten Nationen nicht nur verpflichtet fühlte, sondern auch Zeit seines Lebens entsprechend handelte. Deshalb war es für Berg ein wichtiger Karriereschritt, die Verantwortung für diesen binationalen Verband zu übernehmen. In jener Zeit standen Einheiten der Brigade in Afghanistan im Einsatz. Eine der Aufgaben Bergs war, seine Brigade auf die Aufgaben als "Nato Response Force (NRF)", die schnelle Eingreiftruppe des nordatlantischen Bündnisses, und auf den Einsatz als "Battlegroup" der Europäischen Union vorzubereiten.

Als Andreas Berg aus Müllheim verabschiedet wurde, erhielt er das Ehrenglas der Stadt für sein Engagement für die deutsch-französische Freundschaft und für die Zusammenarbeit mit der Stadt.

Der in Bonn geborene Andreas Berg trat 1976 in den Dienst der Bundeswehr, absolvierte den Offiziersanwärterlehrgang und studierte an der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg Wirtschafts- und Organisationswissenschaften. Von 1988 bis 1990 absolvierte er den Generalstabslehrgang und ergänzte seine Ausbildung um die französische Generalstabsausbildung in Paris. Über Stationen beim Bundesverteidigungsministerium und beim Auswärtigen Amt kamen auf Andreas Berg weitere Aufgaben unter anderem als Büroleiter des Direktors des Internationalen Militärstabes bei der Nato zu.

Im September 2007 wurde er Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim. Nach seiner Zeit in Müllheim übernahm er Pflichten im Stab des KFOR-Kommandeurs im Kosovo. Über weitere Dienststellen wurde er stellvertretender Kommandeur im Hauptquartier der Nato. Krankheitsbedingt ging Andreas Berg im Range eines Generalmajors bereits 2016 in den Ruhestand.

Er kehrte nach Müllheim zurück, wo er mit seiner Familie bis zu seinem Tod vor wenigen Tagen lebte. Er genoss gemeinsam mit seiner Ehefrau Anne-Lise den Ruhestand in seiner Wahlheimat im Markgräflerland. Viele Menschen in Müllheim schätzten Andreas Berg für seine freundliche und offene Art. Besonders seine Vision von der deutsch-französischen Freundschaft lebte er Tag für Tag. Seine Überzeugung vom Wert der Deutsch-Französischen Brigade für den Friedenserhalt an den Brennpunkten der Welt brachte ihm bei vielen Menschen großen Respekt ein.

Für sein Engagement bei der Bundeswehr erhielt er unter anderem Auszeichnungen wie das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold und in Silber und hochkarätige Auszeichnungen des französischen Staates.

Die Trauerfeier für Andreas Berg findet am kommenden Freitag, 14. Februar, 12 Uhr, in der Friedhofshalle auf dem Zentralfriedhof in Niederweiler statt. Die Brigade wird eine Ehrenwache stellen. Anschließend findet die Beisetzung der Urne statt.