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Apple schiebt dem Daten-Tracking einen Riegel vor

dpa, AFP

Von dpa & AFP

Di, 27. April 2021 um 18:22 Uhr

Wirtschaft

Darf eine App meine Aktivitäten im Netz beobachten oder nicht? Diese Frage können Nutzer von iPhone, iPad oder Apple TV künftig selbst entscheiden.

Apple gibt seinen Kunden als erster Smartphone-Anbieter eine einfache Möglichkeit, das Nachverfolgen ihres Verhaltens quer über verschiedene Apps und Websites zu stoppen. Apple feiert das neue Betriebssystem als Sieg für den Datenschutz. Facebook und Medienunternehmen, die von Onlinewerbung abhängig sind, sehen aber das freie Internet in Gefahr.

Anbieter von iPhone-Apps müssen Nutzer künftig ausdrücklich um Erlaubnis für das übergreifende Tracking fragen. Die Analyse-Firma App Annie geht davon aus, dass 90 Prozent der Nutzer ablehnen werden. Das hat Folgen. Nicht personalisierte Werbung ist weniger wirksam als Anzeigen, die auf die persönlichen Interessen der User zugeschnitten sind.

Abschied von der personalisierten Werbung?

Facebook warnte, dies werde vor allem kleine und mittlere Unternehmen treffen, die insbesondere in der Corona-Pandemie auf personalisierte Werbung bei dem Onlinenetzwerk angewiesen seien.

Apple betont dagegen: "Wir glauben, dass Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht ist." Die Daten gehörten den Nutzern, "und sie sollten selbst entscheiden können, wie ihre Daten verwendet werden und von wem".

Die schon im Sommer 2020 angekündigte App Tracking Transparency (ATT) greift mit der iPhone-Systemversion iOS 14.5, die am Montag veröffentlicht wurde. Damit App-Anbieter einen Nutzer zur Personalisierung der Werbung erkennen können, haben Apple-Geräte eine spezielle Kennnummer, die IDFA. Künftig werden App-Anbieter die Nutzer ausdrücklich um Erlaubnis fragen müssen, wenn sie auf diese ID zugreifen wollen. Nutzer können in den Einstellungen auch mit einem einzigen Schalter alle Tracking-Anfragen blockieren.

EU klagt Apple wohl an

Die EU-Kommission wird "in Kürze" formell Anklage gegen den US-Konzern Apple erheben. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Unter anderem der schwedische Musik-Streaming-Dienst Spotify hatte sich bei der EU über Apple beschwert.