Armee in Myanmar lässt Panzer rollen

afp

Von afp

Di, 16. Februar 2021

Ausland

Proteste nach Putsch.

Trotz der verstärkten Militärpräsenz mit Panzern auf den Straßen von Myanmar hat die Demokratiebewegung in dem südostasiatischen Land den Protest gegen den Militärputsch vor zwei Wochen fortgesetzt. "Die Menschen gehen auf die Straße und es ist ihnen egal, ob sie festgenommen oder erschossen werden", sagte der 46-jährige Demonstrant Nyein Moe am Montag in Rangun. Die Demonstranten fordern unter anderem die Freilassung der abgesetzten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi, deren Untersuchungshaft ihrem Anwalt zufolge bis Mittwoch verlängert wurde.

Vor der Zentralbank in der Wirtschaftsmetropole Rangun versammelten sich in den frühen Morgenstunden hunderte Menschen. "Patrouillen mit gepanzerten Fahrzeugen bedeuten, dass sie den Menschen drohen wollen", sagte der Demonstrant Moe. Die Protestbewegung dürfe nun aber nicht aufhören. "Die Angst in unseren Köpfen vergeht", sagte der 46-Jährige. Auch in weiteren Städten trotzten zahlreiche Demonstranten den Einschüchterungsversuchen des Militärs. Auf einem Transparent war zu lesen: "Sie töten am Tag. Sie stehlen in der Nacht. Sie lügen im Fernsehen." Lokale Medien berichten aus mehreren Städten von Polizisten, die zur Demokratiebewegung übergelaufen seien.

UN-Sonderbeauftragte warnt die Generäle

Das Militär in Myanmar hatte am 1. Februar die Macht an sich gerissen und De-facto-Regierungschefin Suu Kyi unter Hausarrest gestellt. Der Putsch beendete eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem südostasiatischen Land. Gegen den Putsch gibt es massive Proteste. Suu Kyi wurde seit ihrer Festnahme nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen, nach Angaben ihrer Partei soll sie aber bei "guter Gesundheit" sein. Eine Gerichtsanhörung der Friedensnobelpreisträgerin wurde kurzfristig abgesagt.

Die Botschafter der USA, Großbritanniens und der EU appellierten in einer gemeinsamen Erklärung an die Sicherheitskräfte, keine Gewalt anzuwenden. Der UN-Sondergesandte Tom Andrews warnte vor einer Unterdrückung der Proteste: "Achtung Generäle: Ihr werdet dafür zur Verantwortung gezogen werden."