Arsen und Uran vorgefunden

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Do, 17. Oktober 2019

Schluchsee

Schluchsee nimmt Stellung.

SCHLUCHSEE. Die Seegemeinde hat zu den geplanten beiden Windenergieanlagen auf dem Gießbacher Kopf, auf Gemarkung Häusern, nun Stellung genommen. Dies gab Bürgermeister Jürgen Kaiser in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend bekannt.

Auf dem Gießbacher Kopf, unweit der Gemeindegrenze des Ortsteils Blasiwald, will der Stromkonzern EnBW zwei Windkraftanlagen mit einer Höhe von 212 Metern bauen und ab Mitte 2021 betreiben. Im Juli 2019 waren alle erforderlichen Untersuchungen abgeschlossen. Der Häusener Gemeinderat hat 2016 sein Einvernehmen zur Errichtung erteilt. Viele Bürger sehen die Anlagen kritisch, besonders beim Schall und Brandschutz.

Schluchsee hat jetzt auch eine Stellungnahme zu den geplanten Windkraftanlage abgegeben. Mehrseitig und mit vielen Punkten, die Kaiser nicht näher benannte, bis auf den der Schadstoffbelastung. Schluchsee hat hierzu die Stuttgarter Kanzlei Menold Bezler, die auch die Gemeinden Höchenschwand und St. Blasien sowie die Verwaltungsgemeinschaft Feldberg-Schluchsee vertritt, einbezogen.

"Es ist kein Geheimnis, dass wir eine gewisse geologische Vorbelastung und Schadstoffe im Boden haben", sagte Kaiser. Er berief sich hierbei auf den Anfangsverdacht der Regionalgruppe Häusern-Schluchsee der Landschafts- und Naturschutzinitiative Schwarzwald (Lana). Diese hat nach Akteneinsicht des Genehmigungsverfahrens beim Landratsamt Waldshut einen Mineralogen beauftragt, den Boden der Windkraftanlage zu untersuchen. Der vorgefundene Gehalt an Arsen und Uran, so Lana, sei besorgniserregend, es bestünde die Gefahr, dass diese Stoffe aufgrund der Baumaßnahme mit Erdarbeiten durch Regen- und Sickerwasser sich lösen und in die nahegelegenen Brunnenstuben sowie ins Grund- und Trinkwasser gelangen. Dies müsse ausführlich untersucht werden, fordert Lana und auch die Gemeinde Schluchsee.

"Diese Erkenntnis der Schwermetalle ist gravierend", fand Kaiser, "insbesondere, wenn nachgelagert das Trinkwasser betroffen ist. Wir sehen es genau wie Lana." Friedbert Zapf sagte: "Wenn der von der Bundesregierung vorgegebene Abstand von 1000 Metern von Windrädern zur Bebauung gelte und nicht, die von der Landesregierung festgesetzten 600 bis 700 Metern, dann müssten wir uns in Schluchsee nicht damit befassen."